Windows-Registry-Tweaks, kann man denen trauen?

Rubb

Rover
Windows-Registry-Tweaks, kann man denen trauen?

Bin gerade im Netz einem "Zauber-Proggie" begegnet, von dem ich nicht weiß ob man dem trauen kann.
Es arbeitet mit *.reg-Dateien die Automatismen bieten um Windows zu "Tunen" ....

Danke für Ratschläge!

MajorGeeks Windows Tweaks 2.21 .... contains 199 registry, PowerShell, Visual Basic, and batch files to enable tweaks and hidden features in Windows 10, 8, and 7 for any skill level.


https://www.majorgeeks.com/files/details/majorgeeks_registry_tweaks.html
 

dr_tommi

alter Oldie
Was bedeutet trauen?
Es wird keine Fremdsoftware verwendet sondern es sind alles Boardmittel. Man kann also somit alles nachvollziehen.
Da sind andere "Tools" bei weitem undurchsichtiger.
Die meisten dieser Funktionen sind bzw. waren auch auf andere Weise einzustellen.

Und bei den meisten gibt es die Funktion das ein- und auch wieder auszuschalten, also die Funktion rückgängig zu machen.
Und so kann man es auch ausprobieren.

Allerdings wüsste ich bei circa 95% nicht warum ich das anwenden sollte.
 

GiveThatLink

Bekanntes Mitglied
Allerdings wüsste ich bei circa 95% nicht warum ich das anwenden sollte.
Das dürfte auch nicht das Ziel sein, bei mir dürfte die Zahl noch näher an 100 liegen. So eine Sammlung schadet nicht, bleibt die Frage, was Microsoft machen wird. zB die alte Systemsteuerung wird irgendwann verschwinden, daher sind solche Tips zeitlich begrenzt

MG bietet wohl bei jedem Tweak eine Webseite an, man sollte es vorher anschauen.
 

Rubb

Rover
Allerdings wüsste ich bei circa 95% nicht warum ich das anwenden sollte.

Die Frage hatte ich mir noch gar nicht gestellt .... :o ... wollte ja zunächst nur Einiges über die "Sicherheit" wissen.

Eines der Features gab es ja mit Jutube-Film ... es änderte nur bei der Start Oberfläche statt der
kreisenden Punkte .... hin zu rotierenden Kreisen :icon_tsts::p
 

SkAvEnGeR

Master of Tools
Das grundlegende Problem bei REG-Tweaks ist folgendes:

1. die englische Bezeichnung in sinnvolles Deutsch übersetzen
2. verstehen, was dieser Tweak im Sytem macht
3. man sollte sein Windows so gut kennen, dass man auch weiss, ob man diesen oder jenen Tweak überhaupt benötigt

Das ist kein Zauber-Programm ala "klick und gut" so wie TuneUp 🤮
Da muss man schon genau wissen was man tut.
 

eumel_1

Der Reisende
Genau diese Tweaks sind es letztlich - egal ob per Hand oder vom Drittherstellertool - die ein Windows auf längere Sicht unbrauchbar machen.
Wenn man nicht weiß was man macht, sollte man sowieso die Finger davon lassen.

Und selbst wenn man weiß, was man macht, sollte man diese Aktionen genauestens dokumentieren, denn der Zeitpunkt wird kommen, wo etwas nicht funktioniert - eben weil man an einer Stelle etwas optimieren wollte, aber die Auswirkungen an der anderen Stelle nicht bedacht hat.

Beispiel gefällig?
Ich hatte letztens einen PC, alles hat wunderbar funktioniert, außer VNC. Man kam von draußen nicht auf den PC.
Selbst nach Deinstallation und Neuinstallation der VNC-Software und mehrfach überprüften Passwort, es ging nicht.
2 Stunden später dann die Ursache gefunden, in der Konfiguration der ersten Netzwerkkarte (welche mit dem Netzwerk verbunden war) war nicht "automatisch per DHCP" eingetragen, sondern die Werte wurden per Registryhack an die Netzwerkkarte gegeben. Leider hatte derjenige, der das tat vergessen, das Gateway mit anzugeben.
Ich habe keine Ahnung, was der Vorteil von solch einer Konfiguration sein soll.
Merke: VNC braucht auch ein GW, zusätzlich zur IP- und SM-Angabe!

Fazit: wenn keine Notwendigkeit besteht, gar nicht erst damit anfangen, der Rechner wird dadurch nicht schneller!
 

Richard Wagner

Bekanntes Mitglied
Genau diese Tweaks sind es letztlich - egal ob per Hand oder vom Drittherstellertool - die ein Windows auf längere Sicht unbrauchbar machen.
Es ist völlig egal, wer oder was oder wie an Deinem Windows etwas macht. Es kann immer dazu führen, daß irgend etwas nicht mehr funktioniert. Wenn Du das zufällig sofort entdeckst, hast Du eine gute Chance, die Zusammenhänge zu erkennen. Wenn Du erst in drei Monaten über die zerschossene Funktion stolperst, hast Du schon fast verloren.

Um Windows zu beschädigen brauchst Du weder Registry-Tweaks noch Tuning-Tools. Das kannst Du auch mit Treiberupdates, Windows Updates, Sicherheitssoftware oder Surfen im Internet haben.

selbst wenn man weiß, was man macht
Das weiß letztlich niemand! Du nicht, Cosmo nicht, und selbst ein Richard Wagner weiß das nicht. Dazu ist ein modernes Betriebssystem viel zu komlex. Wer von sich behauptet, zu wissen, was er tut, weiß nicht, wovon er redet. Du kannst einen reichen Erfahrungsschatz haben, der Dich vor manchem Blödsinn bewahrt, mehr aber auch nicht. Das einzige, was Dich retten kann ist dieser alte Spruch "Never touch a running System". Das heißt aber absoluter Stillstand! Keine neuen Programme, keine neuen Funktionen, keine Updates und Upgrades schon mal überhaupt nicht. Und wenn Du das auf ein System anwendest, das mit dem Internet verbunden ist, hast Du damit über kurz oder lang verloren.

Leider hatte derjenige, der das tat vergessen, ...
Das kann jedem passieren und ist kein Argument gegen Tweaks, und wenn doch, müßtest Du es konsequenterweise auch gegen das monatlich Windows Update und fast alles andere in Stellung bringen, auch gegen Dich selbst.

Das eigentliche Problem bei solchen Sammlungen (egal ob Registrykeys oder Tuningtools) sehe ich genau wie @SkAvEnGeR darin, daß man oft raten muß, wofür das überhaupt gut sein soll, weil es keine gute Erklärung dazu gibt. Die gibt es in obigem Beispiel wohl, aber es ist sehr unübersichtlich und mühsam, das zu überschauen. Und je mehr man davon gleichzeitig ausführt, desto schwerer wird es, nachzuvollziehen, wo die Quelle ist, wenn dann doch unerwünschte Nebenwirkungen auftreten.

Es spricht aus meiner Sicht aber grundsätzlich nichts dagegen, sein System an die eigenen Bedürfnisse und Vorlieben anzupassen. Klar kann dabei etwas kaputt gehen. Na und? Dann versucht man halt es zu reparieren, und wenn man das alleine nicht schafft, sucht man nach Hilfe, zum Beispiel hier in der Community. Unter anderem dafür ist sie da! Die Community ist nicht dafür da, Schuldzuweisungen auszusprechen, auch wenn manche das gerne machen. Für mich ist die Community dafür da, Erfahrungen auszutauschen und zu lernen. Wer nie etwas verändert und alles so nimmt, wie er es vorgesettzt bekommt, der lernt auch nicht. Von daher ist der Ansatz von @Rubb auch gut. Er fragt, bevor er etwas macht, wo er unsicher ist. Unsicherheit ist aber ein Gefühl, genau, wie Sicherheit. Das kann halt auch trügen.

@eumel_1 Bitte nimm es nicht persönlich, daß ich Dich hier so oft zitiere. Du hast einfach nur die Textvorlage geliefert und sagst, was viele sagen. Und im Grunde ist es ja auch richtig. Die Medallie hat halt, wie das bei Medallien so üblich ist, zwei Seiten...
 

octopussy

Aufsichtsratsvorsitzender
Trotzdem ist es am sichersten, möglich nah am Originalsystem zu bleiben.
Bei Systemupdates bestehen natürlich auch immer Risiken, gerade im Produktivbereich.
Allerdings werden bei MS-Updates auch mit am schnellsten Korrekturen geliefert, wenn mal was schiefgegangen ist.

Quintessenz:
Wer, aus welchen Gründen auch immer, Tweaks einsetzen möchte, sollte mit einer Sicherung des Systemes beginnen (Backup).
 

Richard Wagner

Bekanntes Mitglied
Klar ist das am Sichersten. So, wie bei Corona die Isolationshaft am sichersten ist. Die Frage ist nur, inwieweit das dann auch Spaß macht und wo man seine Prioritäten setzt.

Wer, aus welchen Gründen auch immer, Tweaks einsetzen möchte, sollte mit einer Sicherung des Systemes beginnen (Backup).
Für mich hat das nichts mit den Tweaks zu tun. Eine Sicherung zu haben, ist immer gut.
 

dr_tommi

alter Oldie
13595sticker_backup.jpg
 

eumel_1

Der Reisende
@Richard Wagner Ich gebe dir ja vollumfänglich Recht, aber ein @Rubb hat nur sehr allgemein gefragt, also kann es auch nur allgemeine Antworten geben.

Zum Produktivsystem: da gibt es verschiedene Ansätze, ich kenne diesen
1. man hat ein Testsystem und spielt dort zuerst die Updates ein. Erst wenn am Testsystem alles ausgiebig auf Funktion und ggf. Nebenwirkungen getestet wurde, werden diese getesteten Patches auch auf die eigentlichen Arbeitsmaschinen angewandt.
oder (damit habe ich beruflich zu tun)
2. Auf dem System ist entweder EWF (Windows 7) oder UWF (Windows 10 aktiv und es werden keinerlei Patches eingespielt. Diese Systeme haben auch keinen direkten Zugang zum Internet. Hier wird alle 5 - 12 Jahre die Hardware komplett ersetzt (neuer PC mit neuer Software) und danach ausgiebig getestet.

Es gibt noch mehr Varianten, zum Beispiel die, dass alle User Adminrechte haben und sich die Updates und Patches selber einspielen müssen - bei Geräten, die mit dem Internet verbunden ist ist das unumgänglich.
Oder die Patches werden zentral verteilt und der User hat nur lokale Berechtigungen (macht es für die Admins leichter).

Es gibt keine optimal Strategie für Geräte, die mit dem Internet verbunden sind und gerade für Firmen gilt:
Die Firmeninfrastruktur ist nur so sicher, wie der dümmste User!
Das lässt sich auch auf den Heimbereich übertragen, wer auf alles klickt, was bunt ist oder blinkt, muss sich nicht wundern, wenn er (früher sehr beliebt) einen BKA-Trojaner auf sein System lädt oder (heute gerade aktuell) sich Emotet auf den Rechner holt. Das System ist IMMER nur so sicher, wie der Brain davor welcher die Maus bedient.

@Rubb
Du siehst, allgemein lässt sich das nicht beantworten. Allgemein rate ich davon ab.
Wenn du spezielle Bedürfnisse hast oder etwas ganz spezielles erreichen willst, einfach präzise nachfragen, dann kann man wesentlich genauer antworten. Welche der Anpassungen interessiert dich denn?
Selbst die Macher des Programmes MajorGeeks Windows Tweaks 2.22 schreiben ja
As always, be sure to back up your registry first.
übersetzt:
Wie immer, stelle sicher dass du vorher ein Backup der Registry anfertigst.

Meine Meinung dazu: wenn man nicht weiß, wie man eine Registry (oder alternativ den gesamten Rechner) sichert, Finger weg!
 
Zuletzt bearbeitet:

silverrider

The One and Only
hmmm, also es gibt/gab sicherlich Tweaks die für einen nützlich sind/waren, ich erinnere mich nur an den Verknüfungspfeil auf dem Desktop, der mir sowas von auf dem Senkel ging :icon_mrgreen:
Die Lücke zur Lösung hatte damals glaube ich TweakUI gelöst, was ja angeblich an einer Renaissance arbeitet und damals Bestandteil der PowerToys war, siehe auch die aktuellen PowerToys:
Ich verlustiere mich gerne an den Telemetrie-Einheiten, mache das aber gerne per Hand auf Basis z.B. von "Orientierungshilfen zur datenarmen Konfiguration von Windows 10".
Dabei befasst man sich wenigstens bewusst mit der Materie, kann dabei bewusst Entscheidungen auf Basis von Verständnis durchführen und hat danach auch, sofern man seine Entscheidungen markiert,
eine dokumentierte Umsetzung von dem was man getan hat. Vorteil auch, man prüft jede manuelle Umsetzung.

Grundsätzlich sehe ich es so, es gibt in jedem Betriebssystem Dinge, die man für seine Interessen konfigurieren kann! Man sollte nur wissen was man tut!
Erinner mich noch beim XP, dort hatte ich alle Ports abgeschaltet, die ich nicht gebraucht habe. Der Vorteil war, genau über diese Ports kamen dann auch später
die Angriffe auf Windows und bei mir war es egal.
Auch bei diesem Vorgehen, hatten alle in den Foren gemeint, warum ich das machen will und das es keinen Sinn macht, tyo später haben sie es auch gerafft es war genau die richtige Entscheidung!

Ich nehm mir für ein neues Betriebssystem immer so rund zwei Wochen Zeit, weil es für mich eine Chimäre ist, dass jedes Betriebssystem für jeden nach "Plug and Play-Installation" ausreichend für seine
Interessen ist.
 

Rubb

Rover
Danke für Ratschläge!

@Rubb
Du siehst, allgemein lässt sich das nicht beantworten. Allgemein rate ich davon ab.
Wenn du spezielle Bedürfnisse hast oder etwas ganz spezielles erreichen willst, einfach präzise nachfragen, dann kann man wesentlich genauer antworten. Welche der Anpassungen interessiert dich denn?

Vielen Dank für Eure Statements, das waren ja die Hinweise die ich ja auch erhalten wollte :yo , unterschiedliche Perspektiven und auch den Hinweis auf das Üble, das entstehen kann.

Zu den *.reg-Files von MajorGeeks gibt es ja auch eine Rückgängig-Funktion ... aber dennoch sollte man vorsichtig und Bedenkend mit den Sachen umgehen.
 
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