Wie relevant ist "Alterung" von (gepressten) Audio-CDs tatsächlich?

cantor

Unbekanntes Mitglied
Ich archiviere seit einiger Zeit meine CDs, welche sich im Laufe der Jahre bei mir angesammelt haben. Die meisten Scheiben sind mittlerweile zwischen 20 und 30 Jahre alt.
Bisher war ich - auch aufgrund von Warnungen im Netz - der Meinung, dass ich aufgrund der Alterung der CDs damit rechnen müsste, dass einige der alten Schätztchen sich nicht mehr fehlerfrei abspielen bzw. auslesen ließen. Nach bisher gut vierhundert gerippten Scheiben hatte ich nur einen Problemfall - und der war definitiv auf einen Kratzer zurückzuführen.

Jetzt frage ich mich, ob das einfach nur Glück ist, an der "vernünftigen" Lagerung der CDs (in ihren Cases und diese wiederum im Schrank) liegt oder die früher geäußerten Befürchtungen, nach spätestens 20 Jahren wären CDs hinüber deutlich übertrieben waren.

Mich würde deswegen interessieren, ob hier tatsächlich jemand schon den Fall hatte, dass originale Audio CDs (also keine gebrannten Kopien) tatsächlich nach längerer Zeit trotz angemessener Lagerung nicht mehr fehlerfrei auszulesen oder abzuspielen waren.

Gruß cantor
 
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Grainger

Team (Mod)
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Ich hatte bisher auch keinen Fall in dem sich eine gepresste CD aus Alterungsgründen nicht mehr lesen/abspielen ließ.
Markteinführung der CD war 1982, meinen ersten CD-Player (und die erste CD) habe ich 1986 gekauft.

Das war eine Aktion in einem heute nicht mehr existenten Elektronikmarkt und dem Player lag eine CD bei.
Weil die CDs damals ziemlich teuer waren (und das meine erste CD war) weiß ich auch noch genau welche es war:



Die CD hat auch einen Copyright-Vermerk von 1986, ist somit 34 Jahre alt und lässt sich immer noch einwandfrei lesen (gerade noch mal ausprobiert).
 

Hellfire

Team (Mod)
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Hallo,

ich hatte bereits Datenverlust auf gebrannten CDs aus Alterungsgründen, allerdings waren das wiederbeschreibbare CDs, noch dazu irgendwie aus einer frühen Generation dieser Dinger, irgendwie von ca. Anfang der 2000er. Da waren Daten drauf (keine Musikdaten), die waren von einem auf den anderen Tag nicht mehr lesbar.
 

hosit

Bekanntes Mitglied
Bei CDs fällt mir gerade nur eine aus 1993 ein. Die "beschlägt" aber nur. Den Beschlag kann man aber entfernen und sie läuft wieder:
Depeche Mode - I Feel You (Remixes)
 

Grainger

Team (Mod)
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Hallo,

ich hatte bereits Datenverlust auf gebrannten CDs aus Alterungsgründen, allerdings waren das wiederbeschreibbare CDs, noch dazu irgendwie aus einer frühen Generation dieser Dinger, irgendwie von ca. Anfang der 2000er. Da waren Daten drauf (keine Musikdaten), die waren von einem auf den anderen Tag nicht mehr lesbar.
Bei gebrannten CDs hatte ich das auch schon, die haben vom Rand her "Luft gezogen", was man auch deutlich an den Verfärbungen sieht.
Allerdings nur bei denen mit der "grünlichen" Beschichtung, ich habe meist solche mit der eher goldfarbenen Beschichtung verwendet und da ist das bisher noch nicht aufgetreten.

Wird aber vermutlich weniger an der Art der Beschichtung liegen als viel mehr an der Verarbeitungsqualität.
 

cantor

Unbekanntes Mitglied
Bei gebrannten CDs hatte ich das auch schon, die haben vom Rand her "Luft gezogen", was man auch deutlich an den Verfärbungen sieht.
Allerdings nur bei denen mit der "grünlichen" Beschichtung, ich habe meist solche mit der eher goldfarbenen Beschichtung verwendet und da ist das bisher noch nicht aufgetreten.

Wird aber vermutlich weniger an der Art der Beschichtung liegen als viel mehr an der Verarbeitungsqualität.

Ich hatte mir zu einer Zeit, als ich noch mit dem Gedanken spielte, mir von den wichtigsten Audio-CDs Kopien anzufertigen, auch einen Vorrat an - damals unverschämt teuren - goldbeschichteten CD-Rohlingen (Mitsui Gold Ultra und Kodak Gold Ultima) zugelegt, die teilweise noch bei mir herumliegen. Wenn ich auch davon ausgehe, dass ich die Rohlinge in diesem Leben nicht mehr nutzen werde, allein die stabilen Jewel Cases (noch mit "Compact Disc Digital Audio" Logo auf dem Tray) hindern mich daran, sie zu entsorgen. ;-)

Ich muss bei Gelegenheit mal testen, wie sich die ältesten der damit gebrannten Audio CDs heute verhalten (die stehen mittlerweile allle im CD-Regal meiner Mutter ;-) ).

Gruß cantor
 

Kull

Bekanntes Mitglied
Das scheint generell sehr abhängig von der Lagerung der silbernen Scheiben zu sein. Ich habe einige Jahre in einer Dachwohnung gelebt, wo die CDs wahrscheinlich zu viel Licht abbekommen haben. Unter meinen ca. 800 CDs habe ich mittlerweile 3 oder 4, die absolut unlesbar geworden sind. Das sieht aus, als sei die Reflektionsschicht ausgelaufen.
 

Grainger

Team (Mod)
Mitarbeiter
Ich habe alle meine CDs gerippt und als MP3 abgelegt.
Das ist allerdings ein paar Jahre her, Speicherplatz war damals viel teurer als heute und so habe ich als Format 192 VBR gewählt.

Nun bin ich dabei, die nach und nach alle erneut zu rippen und als 320 VBR abzulegen, genug Platz habe ich inzwischen auf meinem Microsever. ;)
 

Kull

Bekanntes Mitglied
Ohne einen Glaubenskrieg anfangen zu wollen: warum nimmst Du nicht ein verlustfreies Format wie FLAC? Dann bleibst Du wenigstens auf dem Niveau der CD.
 

caribe

Bekanntes Mitglied
FLAC - das ist immer noch Faktor 10 !

auch bei den heutigen Festplattenpreisen bleibe ich bei MP3/320
denn mein Gehör wird im Laufe der Zeit auch nicht besser...
 

Grainger

Team (Mod)
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Ohne einen Glaubenskrieg anfangen zu wollen: warum nimmst Du nicht ein verlustfreies Format wie FLAC? Dann bleibst Du wenigstens auf dem Niveau der CD.
Wie @caribe schon schrieb wird das Gehör im Alter nicht besser.
Außerdem habe ich auf den rechten Ohr einen Tinnitus, da ist mit "HiFi-Hören" ohnehin nicht mehr viel los. ;)
 

cantor

Unbekanntes Mitglied
Wie @caribe schon schrieb wird das Gehör im Alter nicht besser.
Außerdem habe ich auf den rechten Ohr einen Tinnitus, da ist mit "HiFi-Hören" ohnehin nicht mehr viel los. ;)

Das trifft auch auf mich zu (Alter & (leichter) Tinnitus), aber ich habe mich bewusst für flac entschieden, weil ich damit die Möglichkeit habe, jederzeit wieder die "Originale" CD zu erstellen. Ob ich das jemals nutzen, steht auf einem anderen Blatt ... ;-)
 

speck76

Bekanntes Mitglied
Board der alten Säcke halt. Bin zwar auch schon recht alt - aber ich kann wenigstens noch - fast so :-) - tanzen wie dieses russische Profi-Paar (trainiere legal ca. 6 Std. pro Woche trotz Corona):
Quickstep
 

WMM

Bekanntes Mitglied
Ich habe so ~8.000 gepresste CDs. Die Datenseite ist nie das Problem, sondern die mit dem Label. Da gibt es verschiedene Effekte, wo sich da was in die Audio- CD "reinfressen" kann - letztlich durchaus bis zur Datenschicht. Das geht dann von CDs, die wie bei @hosit "beschlagen" - sich dann auch nicht mehr lesen lassen -, aber nach einer Reinigung wieder laufen, bis zu solchen, wo - auch von der Labelseite her - irreparable Schäden entstanden sind. Kratzer gibt's bei mir praktisch nicht, weil ich die Scheiben immer wie ein rohes Ei behandelt habe.

Ich will eigentlich keine "Marken", Labels oder Presswerke nennen, wo statistisch besonders viele CDs den Geist aufgeben. Man sollte aber Scheiben prüfen, wo die Labels mit dunklen Farben (Schwarz, grau, rot) vollflächig bedruckt wurden - und die mit erwähntem "Beschlag"; den sieht man dann auf der Datenseite. Meist geht da beides Hand in Hand. "Beschlag" hatte ich bei einigen von EMI - ganz kaputt gingen mehrere von Phono Suecia; ansonsten quer durch die Bank. Aber insgesamt (inklusive denen "nur" mit Beschlag) dürften es unter 40 sein, also < 0,5%. Die meisten davon sind aus den 1990ern. Definitiv für die Tonne (Auslesen auf mindestens 5 verschiedenen CD-Laufwerken scheitert komplett) waren bisher aber nur ca. 15. Bei gebrannten CDs sieht's natürlich ganz anders aus - die werden nach zwanzig Jahren merklich altersschwach, aber da spielt der Hersteller des Rohlings dann wohl eine große Rolle. Da wurden dann meist komplette Rohlingspackungen /-spindeln - also gebrannt, natürlich - ziemlich gleichzeitig unbrauchbar...
 
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