Erledigt Uralten fabrikneuen Epson-Tintenstrahldrucker fit machen?

Cosmo

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Liebe Boardies,

okay, nachdem ich mir mit Basteleien an alten Druckern schon öfters eine blutige Nase geholt habe, will ich jetzt doch wieder, ein aller-allerletztes Mal, sündigen.

Aus einer Geschäftsauflösung habe ich einen fabrikneuen Epson-Stylus Color 900 Tintenstrahldrucker von 1998 an Land gezogen. Ein professionelles Gerät, teuer damals. Originalverpackt, mit orginalverpackten Tintenpatronen, eingeschweißt in Folie, aber trotzdem weitgehend eingetrocknet. Das sind Patronen mit eingebautem Druckkopf. Es gibt keinen Gängelungs-Chip, der einem das Leben schwer machen könnte. Wahrscheinlich gibt es auch keinen nervigen Lebensdauerzähler und so. Der Chip für Tintenpatronen war damals noch nicht erfunden. Der Drucker funktioniert wunderbar, es gibt Treiber, alles easy. Patronen, auch Nachbau-Patronen, gibt es nicht mehr. Hier mal ein Lesertest als Erfahrungsbericht.

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Mein irrer Plan ist jetzt, die originalen Tintenpatronen fit zu machen, zu befüllen, und dann mit dem Drucker zu drucken bis zum St. Nimmerleinstag. Vintage-Printing vom Feinsten.

Der Plan konkret:

1. Loch rein bohren oben in den Tintentank der Originalpatronen. Alte, halb eingetrocknete Tinte herausspülen mit Injektionsspritze und destilliertem Wasser.
2. Druckkopf reinigen mit Q-Tip und Isopropylalkohol- Aquadest-Gemisch, vielleicht auch in einem Druckkopf-Fußbad einweichen lassen vorher.
3. Wiederbefüllen mit der Druckertinte, die ich noch im Schrank habe.
4. dann klappt alles, drucken, nie wieder ärgern. Wenn Tinte alle, wiederbefüllen.

Ich weiß, dass ihr seit oder vor Jahrzehnten so etwas auch gemacht habt. Ist mein Plan richtig? Oder ist irgendeine Chemikalie vielleicht falsch? Warum wird das nicht klappen? Bitte Beratung.
 
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chaospir8

★★★★★-Oldie
ich hatte den 800! War mein erster Tintenspritzer nach einem NEC- (oder war's brother) Nadeldrucker.

Wenn ich mich recht erinnere hatten diese Epsons die Micro Piezo-Technik (und keine per Hitze spritzenden Druckköpfe wie hp und andere damals).
Ich würde daher die alten Patronen, wenn sie ausgetrocknet sind, nicht nutzen! Wenn Du sie befüllst, werden sie die dennoch die eingetrockneten Pigmenteklumpen (viel zu groß) in den Druckkopf transportieren und diesen schnell verstopfen.
Nur meine Vermutung.

Meine Meinung:
Es gibt so Foren von Hardwareverrückten, die so was gerne kaufen, da sie's sammeln.
Suche mal nach so einem Forum und versuche den drucker dort ungenutzt zu verkaufen.
 
Zuletzt bearbeitet:

chaospir8

★★★★★-Oldie
hmm .... dann vielleicht nur ein bisschen Isopropanol hineinspritzen (zum "Verdünnen")?!

Aber ist alles nur Experiment .... kann dennoch kaputtgehen durch so was, denke ich.
Insbesondere, wenn dann auch noch Luft gezogen wird und die Kanülchen im Druckkopf direkt austrocknen ....
 

chaospir8

★★★★★-Oldie
BTW ... professionel waren diese Geräte damals eher nicht .... schauten aber so (grau langweilig aus, wie die Rezeptdrucker in der Praxis) .... :D
 

Cosmo

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@vinyl: Dein Patronen-Kauflink ist nur scheinbar die Lösung: Da steht: "Die Originalverpackung ist unter Umständen nicht mehr vorhanden oder geöffnet. Artikel ist „2. Wahl”, B-Ware oder neu, unbenutzt, aber mit kleinen Fehlern." Das sind also Restbestände.
 

dr_tommi

alter Oldie
Patronen, auch Nachbau-Patronen, gibt es nicht mehr.
Und was ist das dann?
 

Mr. Big

old geezer
Also ich habe 'mal gehört ;) dass man Druckköpfe und somit auch andere Teile eines Tintenpissers nicht mit Alkohol sondern mit destillierten Wasser und Spüli reinigt.
Das Ganze in einem Ultraschallgerät.
 

Cosmo

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Okay, danke für die Hinweise. Ich habe mich inzwischen näher damit beschäftigt. Die Originalpatronen enthalten keinen eingebauten Druckkopf, das hatte ich falsch in Erinnerung. Es gibt einen fest montierten Druckkopf, möglicherweise in Piezo-Technologie, wie @chaospir8 erklärt hat. Den Druckkopf habe ich nicht ausgebaut, weil mir das zu schwierig war. Das geht nicht so ohne Weiteres, glaube ich. Ich habe auch kein Youtube-Video gefunden. Die Tintenpatronen habe ich angebohrt. Dabei war zu sehen, dass im Inneren der Patrone ein Filz ist, der die Tinte trägt, also kein "offener Tank". Daher konnte ich auch nicht so ohne Weiteres dickflüssige Tinte ausspülen. Ich habe mit der Injektionsnadel ca. 2ml nachgebaute Epson Nachfülltinte pro Kammer injiziert, und die Druckkopf-Reinigungsprozedur vom Epson-Treiber durchgeführt ein paar Mal. Ergebnis: Klappt! Schwarz, Blau, Magenta super, Gelb ist ein bisschen unregelmäßig und verschmutzt, mir ist nicht richtig klar, warum. Plan jetzt: Erstmal ganz normal drucken, vielleicht noch mal Druckkopf-Reinigungsprozedur laufen lassen nach einiger Zeit. Wenn das nicht hilft, Gelb durchspülen mit Isopropanol-Aquadest, mit Spritze und auf den Ansaugdorn des Druckkopfes aufgesetzem Schläuchelchen. Da das schiefgehen kann, warte ich noch, ob sich Gelb vielleicht von alleine bessert.
 

schwaller

Bekanntes Mitglied
mit word oder sonst was eine komplett gelbe seite erzeugen und da mal so ordentlich 10-30 seiten hinternander wegdrucken.
das ganz wenn es der druckertreiber hergibt mit einstellungen für dickes papier so das möglichst viel tinte benutzt wird.

hat bei diversen tintendruckgeräten in der vergangenheit schon geholfen ;)
 

Cosmo

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Das ist ja geil, @pSB, das versuche ich mal, um bei Gelb durch zu blasen. Ich melde mich wieder.
 

Cosmo

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Das Tool SSC Service Utility ist bestimmt gut, aber es funktioniert nicht mit meinem Drucker, obwohl er offiziell in der Liste der unterstützten Epson Modelle ist, und sich mein Drucker in der Dropdown-Liste einstellen läßt. Das Problem ist, dass die bidirektionale Kommunikation nicht klappt, d.h. wenn der Drucker Daten herausrücken soll über den Counterstand etc., wird gemeldet, dass der Drucker nicht connected ist "or other problem". Ebenso, wenn ich die Druckkopf-Reinigungsbefehle über das SSC Utility Menu auslöse. Das einzige, was klappt ist, dass das Düsentestmuster über das "SSC Service Utility" gedruckt werden kann, was mir aber nicht viel nützt. Alle anderen Befehle bringen die "not connected" Fehlermeldung. Ich glaube, mein fabrikneuer Uralt-Drucker ist zu alt für alles. Der Drucker klappt ja, aber das Gelb ist aber streifig und unregelmäßig (zu wenig Tintendurchsatz). Durchspülen mit Isopropanol/Aquadest und die Druckkopfreinigungsprozedur vom Originaltreiber haben nichts gebracht. Hmmm. :(
 

Mr. Big

old geezer
die Druckkopfreinigungsprozedur vom Originaltreiber haben nichts gebracht. Hmmm.
Na dann mach das doch 10, 20, 30 mal, so lange bis auch gelb funzt.
Ich habe das auch schon durch und bisher war es immer so dass man bloß nicht aufgeben darf. Irgendwann löst sich die Verschmutzung im Druckkopf.
 

Cosmo

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Danke, dass du mir Mut machst, @Mr. Big ;). Wenn ich jetzt 30 Mal die Reinigungsprozedur laufen lasse, wo geht denn dann die ganze Tinte hin, die dabei herausgespritzt wird? Besteht da nicht die Gefahr, dass irgendwelche Auffangbehälter überquellen?
 

Hausmeister2000

Pedell 2.0
Das Problem ist, dass die bidirektionale Kommunikation nicht klappt, d.h. wenn der Drucker Daten herausrücken soll über den Counterstand etc., wird gemeldet, dass der Drucker nicht connected ist "or other problem".
Versuch mal ein anderes Kabel.
ich meine mich zu erinnern, dass nicht jedes Druckerkabel ein bidirektionales war.
 

Mr. Big

old geezer
Danke, dass du mir Mut machst, @Mr. Big ;). Wenn ich jetzt 30 Mal die Reinigungsprozedur laufen lasse, wo geht denn dann die ganze Tinte hin, die dabei herausgespritzt wird? Besteht da nicht die Gefahr, dass irgendwelche Auffangbehälter überquellen?
Naja, irgendwann ist der Tintenauffangschwamm schon voll. Da es sich ja aber um ein fabrikneues Gerät handelt sollte das noch nicht viel ausmachen. Außerdem ist es vermutlich bei älteren Geräten, wie bei deinem, noch einfacher diesen Schwamm auszutauschen weil da die "Austauschverhinderungsschweinereien" noch nicht so fortgeschritten waren.
 
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