Recht auf Reparatur

Theoderix

Miesepeter²
Ich zitiere hier mal den Tweet von Sven Giegold(GRÜNE) zum Thema.
Wichtiger Erfolg für ein Recht auf Reparatur! Europaparlament stimmt für verpflichtende Verfüg- & Lieferbarkeit von Ersatzteilen für Elektrogeräte. Ein klarer Schritt aus der Wegwerfgesellschaft, den CDU/CSU verhindern wollten. So haben die deutschen EU-Abgeordneten abgestimmt:
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Darum gings, oder auch hier bei netzpolitik.org nachzulesen, nur um noch mal bildlich zu sehen, wo Bremser für besseren Verbraucherschutz und eine 'nachhaltigere' Wirtschaft weiterhin sitzen.
 

hosit

Bekanntes Mitglied
Ich halte ja nicht viel von den Grünen. Aber das ist ein Punkt der mich auch gewaltig nervt... wir schmeissen zu viel und zu schnell weg. Geräte werden halt nur für einen kurzen Nutzungszeitraum konzipiert.
Wie man das nun geschickt anstellt? Keine Ahnung. Auf keinen Fall sollte man wieder ein neues Gesetz auf den Weg bringen. Es sollte doch Möglichkeiten geben, das vorhandene Recht anzupassen.

Ob man nun Abgeordnete dafür denunzieren sollte steht auch auf einem anderen Blatt...
 

dr_tommi

alter Oldie
Was bedeutet länger verfügbar? Länger als was? Als die 2 Jahre Gewährleistung? Wenn ja wie lange?
Ich bekomme für meinen Volvo Baujahr 1998 immer noch Originalersatzteile, und nicht zu überhöhten Preisen auf dem Sammlermarkt.
Gleiches gilt für meine Waschmaschine, die auch schon 24 Jahre ihr Arbeit tut.
Und das Recht auf Reparatur hat im Rahmen der Gewährleistung ja sowieso jeder.
 

Theoderix

Miesepeter²
Das Recht auf Reparatur kollidiert in realiter vermutlich sowieso mit den meisten meiner Mitbürger ihren induzierten Träumen, bspw. sich alle 6 Monate ein neues Smartphone an die depperte Glomse zu drücken. :icon_knock:
Denunzieren im Sinne von etwas anzeigen halte ich nicht für falsch formuliert, hingegen abwertend betrachtet hat @vinyl ausnahmsweise eine passende Antwort dazu gegeben. 😜 :D

Ich habe hier ein altes 10'' Tablet liegen, das zum Lesen von E-Büchern wunderbar funzt, einizg, dass es sich alle 20 Minuten komplett entleert, weil die verklebte Batterie hinüber zu sein scheint, nervt ungemein. Eine tauschbare (wie bspw. in meinem Handy Samsung GT-B210) sorgt für lange Freude - auch das ist ja in dem Entwurf mit drin.
 

hosit

Bekanntes Mitglied
Ob man nun Abgeordnete dafür denunzieren sollte steht auch auf einem anderen Blatt...
was hat denn das mit denunziation zu tun? das ist deren job. deswegen wurden sie gewählt. das sind unsere politischen vertreter, falls du das bisher nicht so ganz verstanden hast... :icon_mrgreen:
Das mit dem Verstehen bekomme ich hin.
Denunzieren war absichtlich etwas überspitzt formuliert. Ein Grüner hat das ins Web gestellt und nun? Hat der ernsthaft alle bei der Abstimmung beobachtet und Strichliste geführt? :D
Die CDU agiert immer pro Wirtschaft. Dafür brauche ich die Auflistung on Herrn Siegold nicht.

Aktuell wird zu viel Technik zu schnell entsorgt. Der eigentliche Ansatz für ein "Recht auf Reparatur" ist nicht soo verkehrt. Gehört aber noch vernünftig ausgeschmückt.
 

Theoderix

Miesepeter²
Naja, er war vor Ort, als Mitglied des Europaparlaments würde ich tippen -und er gehört auch zur Gilde der Wirtschaftsmystiker, zumindest wenn man seinen Abschluss als Master in Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsentwicklung an der University of Birmingham hernimmt. ;)
Es war auch nicht ganz so wichtig, wer der Überbringer der Botschaft war, sondern vielmehr die Botschaft an sich.
 

hosit

Bekanntes Mitglied
Ein Grüner hat das ins Web gestellt ...
Hätte es für dich etwa einen Unterschied gemacht, wenn ein komplementärfarbiges Mitglied des EU-Parlaments exakt dieselben (BTW: allgemein zugänglichen) Informationen veröffentlicht hätte? :icon_confused:
Hätte das deiner Meinung nach etwas an den geschilderten und belegten Tatsachen geändert? :icon_confused:
Das hätte gern auch ein Roter, Schwarzer, Gelber, Blauer oder sonstwer schreiben/twittern können. (Reihenfolge der Farben ist zufällig) Macht für mich keinen Unterschied. ;)
Finde dieses "Fingerpointing" einfach schrecklich und es ändert ja auch nichts am Ergebnis. Aber wir haben die Bundestagswahl in diesem Jahr.

Wichtig ist das Ergebnis und was man bei uns daraus macht. Birgt ja auch Chancen für die Industrie... vielleicht ein zurück zur Wertigkeit und Langlebigkeit von "Made in Germany" :)
 

vinyl

♫ ♪ ♫ ♪ ♪
nochmal zum langsam mitdenken:
es ist kein fingerpointing, denunzieren, fisting oder atomarer erstschlag, wenn man das ergebnis einer abstimmung eines parlaments veröffentlicht.

deine kommentare sind eher ein fingerpointing auf deine politische weltsicht. und zwar von dir auf dich. :icon_mrgreen:

(und nein, ich möchte nicht tauschen....)
 
Zuletzt bearbeitet:

hosit

Bekanntes Mitglied
deine kommentare sind eher ein fingerpointing auf deine politische weltsicht. und zwar von dir auf dich. :icon_mrgreen:

(und nein, ich möchte nicht tauschen....)
Die Ergebnisse namentlicher Abstimmungen werden vom EU-Parlament hier veröffentlicht. Als PDF und XML mit allen Namen.

Treffend finde ich übrigens diese Formulierung aus dem Wikipedia-Eintrag zu Denunziation:
Das Wort „Denunziation“ bzw. „Denunziant“ kann z. B. in politischen Auseinandersetzungen genutzt werden, um Kritiker zu diffamieren.

Dann bin ich ja beruhigt, dass ich nur eine falsche politische Weltsicht habe. :D

Ergebnisse namentlicher Abstimmungen im EU-Parlament werden veröffentlicht. Das haben hier sicherlich alle gewusst. Ausser mir natürlich. :D

Denunziation trifft es ja dann in gewissen Weise: Kritiker (oder Gegenstimmen) diffamieren. :o
Können wir nach meinem Ausflug mit falscher ploitischer Weltsicht wieder zum eigentlichen Thema zurück... Recht auf Reparatur. :icon_prost:
 

Grainger

Team (Mod)
Mitarbeiter
Zutreffender statt "Recht auf Reparatur" wäre imho "Recht auf Reparierbarkeit".
Vieles wird heute doch bewusst so konstruiert, dass es entweder gar nicht oder nur unter sehr erschwerten Bedingungen überhaupt reparabel ist. Denn aus Sicht der Wirtschaft soll ja gar nichts repariert werden, wegwerfen und neu kaufen ist profitabler.

Das fängt mit Snap-In-Gehäusen an, die sich zerstörungsfrei erst gar nicht öffnen lassen (sollen), wenn man es dann doch geschafft hat sind Akkus und andere Bauteile eingeklebt, es werden Schrauben verwendet die keiner Norm entsprechen.

Schon mit einem Gesetz, dass Bauteile überhaupt erst mal problemlos zugänglich sein und Verschleißteile (ich zähle z.B. einen Handy-/Tabletakku dazu) problemlos austauschbar sein müssen wäre viel gewonnen.
Mal ganz abgesehen davon das es vermutlich auch das Recycling (so es denn überhaupt ernsthaft statt findet) massiv erleichtern würde.

An eine gesicherte Ersatzteilversorgung über einen Zeitraum von x Jahren (was vielleicht dazu führen würde, dass man manche Teile modellübergreifend normiert) wage ich ohnehin nicht zu glauben, aber zumindest für die Gewährleistungs- und Garantiezeiträume sollte das verpflichtend sein.
 
Zuletzt bearbeitet:

sputnik

Bekanntes Mitglied
Ich kann mich erinnern, dass früher (vor >40 jahren) üblicherweise ersatzteile 7 jahre lang problemlos (zu fairen preisen) erhältlich waren.
Und bei vielen firmen auch noch viel länger.

Z.B. bei revox waren ersatzteile für 30 jahre alte maschinen kein problem
 

JoPa

Allround-Nichtsnutz
Im gewerblichen Bereich funktioniert das doch auch. Wenn ein Hersteller unserer Komponenten ein Produkt abkündigt, muss er noch min. 10 Jahre Ersatzteile vorhalten.
Wirkt sich bei Handys und co natürlich schlecht suf den Umsatz aus.
 

vinyl

♫ ♪ ♫ ♪ ♪
naja die produktentwicklung im handybereich ist ja zur zeit schon etwas rasanter als bei verstärkern 1970.
durch die extreme baudichte verstehe ich auch, dass modulare konzepte nicht denkbar sind.
und ein samsung s21 hat zu einem samsung s10 vermutlich kein gleichteil.
und ob jemand nach 5 jahren bei den aktuell verplombten handys wirklich noch reparieren will?
da kostet ja das öffnen schon 50 euro.

nebenbei. hier ein netter prototyp von xiaomi...

Xiaomi-Quad-Curved-D_w960_h640.jpg
 

feuerhunter

Unrechthaber
Das ist aber nur eine Rechtfertigung für die Wegwerf-, Konsum- und Gewinngesellschaft. Aber definitiv nicht nachhaltig und für diesen Planeten am Ende das Ende.
 

octopussy

Aufsichtsratsvorsitzender
Was will man denn an einem hochintergrierten System wie einem Cellphone noch kostengünstig reparieren können?
Man könnte für den Akku eine Steckverbindung vorschreiben, so dass dieser wechselbar wird. Der Tausch des gesamten bestückten Mainboards wird schon nach kurzer Zeit unwirtschaftlich sein.
Bei einer einheitlichen Ladebuchse ist Apple ausgeschert. Ich sehe wenig realistische Möglichkeiten.
Vom Auto kennen wir das, ein aus Ersatzteilen gebautes Auto wäre x-mal so teuer.
 

dodo

Anonymer Universaldilettant
Mit Verlaub: IMHO verliert die Debatte in diesem Thread ihren Fokus.

Im Eingangszitat des TS heißt es doch:
verpflichtende Verfüg- & Lieferbarkeit von Ersatzteilen für Elektrogeräte.
Das sind für mich zunächst einmal
  • Waschmaschinen, Kühlschränke und Küchenherde ...
  • gefolgt von Kaffeemaschinen, Handrührgeräten und Staubsaugern ...
  • sodann Computerdrucker, optische Laufwerke, etc.
also Dinge die (überwiegend) mechanische und/oder elektromechanische Bauteile beinhalten.

Erst danach kommen nach meinem Verständnis auch elektronische Geräte in Betracht, die (so gut wie) keine mechanischen Bauteile aufweisen.
Leider scheint diese Tatsache hier zunehmend weniger Beachtung zu finden.

Vulgo: Es geht bei diesem Thema in erster Linie um elektrische und erst nachrangig um elektronische Geräte. Wer einmal eines der präcoronär häufiger gewordenen 'Reparaturcafés' besucht hat, weiß wovon ich spreche -- und von 'engineered obsolescence' will ich gar nicht erst anfangen.
 

octopussy

Aufsichtsratsvorsitzender
@dodo

Ich habe die Original -Vorlage bislang nicht gefunden, aber in vielen Tweets ist nicht mehr von "Elektrogeräten", sondern von "Produkten" die Rede.
So auch hier:
Gefordert wird auch, dass etwas gegen die Verkürzung der Lebensdauer von Produkten unternommen wird.

Sollten, wie so häufig, entsprechende Definitionen fehlen, ist es ein Stück weit auch wieder politischer Populismus.
 
Zuletzt bearbeitet:

dr_tommi

alter Oldie
Auch hier gilt "Recht haben" und "Recht bekommen" sind zwei Paar Schuhe.
Was nützt EU-Recht, wenn sich niemand mehr findet der das reparieren kann bzw. will?
Ersatzteile zu bekommen ist die eine Seite, die teilweise sogar sehr gut und auch lange funktioniert.
Aber eine Reparatur für eine 10 Jahre alte Waschmaschine, die 200 Euro gekostet hat ist meistens nicht mehr wirtschaftlich. Denn diese Reparatur würde den Anschaffungspreis bei weitem überschreiten.
Wer das allerdings trotzdem machen will, kann das ja auch jetzt schon tun.
Wozu also diese EU-Debatte?
Haben die nichts besseres zu tun?
 

Theoderix

Miesepeter²
@dodo

Ich habe die Original -Vorlage bislang nicht gefunden, aber in vielen Tweets ist nicht mehr von "Elektrogeräten", sondern von "Produkten" die Rede.
So auch hier:
Gefordert wird auch, dass etwas gegen die Verkürzung der Lebensdauer von Produkten unternommen wird.

Sollten, wie so häufig, entsprechende Definitionen fehlen, ist es ein Stück weit auch wieder politischer Populismus.
Die CDU hat ja auch in Form von Andreas Schwab protestiert gegen die Kritik. So habe man nur deswegen dagegen gestimmt, weil:
1613556005990.png


Zum Thema: Definitionen schreibt dann Giegold als Antwort:
1613556102777.png


Kann man also zu stehen, wie man will und es glauben oder nicht, ob die Begrifflichkeit später weniger verwässert ist, nachdem die Revolution Details gekommen ist sind.
 

hosit

Bekanntes Mitglied
Haben die nichts besseres zu tun?
Wir reden von Klima, Umwelt und dem damit verbundenen, möglichen Weltuntergang. Jetzt möchte man mal was für die Müllreduktion machen und das ist auch wieder nicht richtig. :o
Ja, da ist viel Populismus seitens der Politik (auch von Herrn Giegold) dabei. Aber ganz ehrlich, wir können doch nicht ewig so weiterwirtschaften. Kaum gekauft, schon wieder weggeschmissen. :icon_confused:
 

eumel_1

Der Reisende
Nur mal zur Erinnerung, das gab es alles schon im kleineren Teil von Deutschland:

Eigentlich schade, dass Konsum über Nachhaltigkeit geht.

manifesto_de_final.jpg
 

hosit

Bekanntes Mitglied
Nur mal zur Erinnerung, das gab es alles schon im kleineren Teil von Deutschland:
Das war aber nicht der Umweltgedanke. Da wollte und musste man Ressourcen sparen. Das ist letztendlich auch nicht verkehrt. :)

Man hat ja im größeren Teil Deutschlands "damals" auch viel haltbarere Geräte hergestellt. :icon_prost:
 

silverrider

The One and Only
Z.B. bei revox waren ersatzteile für 30 jahre alte maschinen kein problem
Hust :D Bei einer Firma, wo jedes Produkt im Schnitt 2000 DM gekostet hat, muss das schon mal drinn sein :icon_easter1:
Der Verbraucher von heute, meint ja immer noch, dass er dauernd am Preis beschissen wird, und käuft dann gerne China-Böller!
Dabei merkt er dann irgendwann, dass viele Teile nicht so lange halten wie er glaubt, hätte dann gerne noch Ersatzteile für seinen Handstaubsauger zu 5,55 €
und die natürlich ohne zusätzliche Portokosten aus China :icon_funny: Und dann weint er, wenn Bosch und Co. ihre Produktion nach China verlegen und teilweise auch
symbolisch sein Arbeitsplatz! Irgendwie haben die Herrschaft ihre Geizmanie nicht bis zum Ende durchgerechnet.
 

vinyl

♫ ♪ ♫ ♪ ♪
Z.B. bei revox waren ersatzteile für 30 jahre alte maschinen kein problem
..... Und dann weint er, wenn Bosch und Co. ihre Produktion nach China verlegen und teilweise auch
symbolisch sein Arbeitsplatz! Irgendwie haben die Herrschaft ihre Geizmanie nicht bis zum Ende durchgerechnet.
grade bosch ist ein schlecht gewähltes beispiel.
die produzieren noch mit hohem anteil in europa.
aber ich gebe dir natürlich recht.
 

Antitrack

Bekanntes Mitglied
Also ich bin echt erstaunt, dass mal ein sinnvolles Gesetz beschlossen wurde.
Dafür, dass in Deutschland mehr als 500 Lobbyverbände in der Politik ein- und ausgehen können, und den Politikern teilweise schon komplette Gesetzestextvorlagen liefern, die dann genau 1:1 so umgesetzt wurden, ist das geradezu erstaunlich.


 

dr_tommi

alter Oldie
Gesetz? Beschlossen? Hab ich in dieser Sache was verpasst? :icon_confused:
Verpasst nicht wirklich.
Aber hier wird wie immer mit dem Begriff in Zusammenhang mit der EU etwas inflationär mit dem Begriff Gesetz umgegangen.
Eigentlich ging es ja nur um das Abstimmungsverhalten einzelner Parteien in der EU.

Hersteller verschiedener Produkte, wie Fernseher, Geschirrspüler, Waschmaschinen und Kühlschränke, dürfen ab März 2021 nur noch Geräte auf den Markt bringen, wenn sie Ersatzteile und Reparaturanleitungen vorhalten. Zudem müssen Ersatzteile mit „allgemein verfügbaren Werkzeugen und ohne dauerhafte Beschädigung am Gerät ausgewechselt werden können“, so regeln es neue Ökodesign-Verordnungen der EU.
Es geht also um eine Verordnung und bezieht sich nur auf Großgeräte.
Und das war bereits Ende 2020.
 
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