Erledigt Heizungssteuerung in 3er-WG (Gasetagenheizung + ein Raumtemperaturregler)

Joshua

Gott sei Dank Atheist
Hallo,

ich interepretiere das Forum "Tech-Support" mal allgemein und nicht nur IT-bezogen. An mich wurde ein Problem mit einer Heizungssteuerung herangetragen, für das ich zwar ein gewisses technischen Grundverständnis habe, aber fachlich keine so rechte Lösung weiß. Ich beschreibe mal die Ausgangslage.

Eine Mietwohnung wird (vom Vermieter gewollt) als 3er-WG genutzt. Jeder hat ein Zimmer und es gibt eine gemeinsam Küche und Bad. Die Wohnung hat eine Gasetagenheizung und in den Zimmern befinden Heizkörper mit jeweils einem Heizkörper-Thermostat. Alle Heizkörper sind in einem Heizkreis. In einem WG-Zimmer befindet sich ein Raumtemperaturregler Junkers FR 100, der wohl die Temperatur des gesamten Heizkreises an der Gasetagenheizung regelt. Dieses WG-Zimmer liegt im Heizkreis wiederum vor den beiden anderen WG-Zimmern.

Nun tritt das Problem auf, dass es insbesondere im WG-Zimmer am Ende des Heizkreises nicht richtig warm wird, was nebenbei noch dadurch verstärkt wird, dass diese Raum zwei Außenwände hat. Im WG-Zimmer mit dem Raumtemperaturregler wird es ausreichend warm. Nach meinem Verständnis liegt dies zumindest zum Teil an der Steuerung über den Raumtemperaturregler in diesem Raum. Wenn es hier ausreichend warm wird und die Heizkreistemperatur runter geregelt wird, gibt es in den anderen Räume keine Chance die Heiztemperatur (lokal) höher zu stellen. Wäre es eine Lösung, den Raumtemperaturregler ganz außer Betrieb zu nehmen und die Temperaturregelung nur über die Heizkörper-Thermostate vorzunehmen? Seht ihr noch andere Ursachen und Lösungen für das Problem?
 

vinyl

♫ ♪ ♫ ♪ ♪
heizkörper entlüftet?
ansonsten würd ich auch diese regelung abschalten, wenn das möglich ist.
 

GiveThatLink

Bekanntes Mitglied
Alle Heizkörper sind in einem Heizkreis. In einem WG-Zimmer befindet sich ein Raumtemperaturregler Junkers FR 100,
Die Doku ist doch eindeutig: ein Gerät pro Heizkreis. Klar werden die in einem Zentralgerät zusammengeführt, aber pro Heizkreis (inkl. Umwälzpumpe). Wenn der erste hier sagt, mir ist zu warm, dann schaut der letzte in die Röhre. Und da der letzte Außenwände hat, muss hier das Gerät hängen und sonst nicht.
 

Spaceboy1963

Bekanntes Mitglied
Das ist in jedem Fall ein Problem. Standardmäßig wird die Regelung im Wohnraum durchgeführt weil dort in der Regel die höchste Zimmertemperatur gewünscht wird. Alle anderen Zimmer können nur gleichwarm oder kälter sein. Wenn der "Wohnzimmer-Bewohner" 3 Wochen in Urlaub fährt und die Heizung runter dreht müssen die anderen frieren :-( Meist ist an dem Heizkörper im Wohnzimmer auch kein Thermostatventil dran - wozu auch - hier regelt ja der Heizungsregler... Viel ist da nicht zu machen, ohne Eingriff ins Heizsystem fast gar nichts.
1. Das "kalte" Zimmer braucht größere Heizfläche - ein größerer Heizkörper mit mehr Heizfläche muss her.
2. Das Wohnzimmer muss ein Thermostatventil an den Heizkörper bekommen damit man auch mal runter regeln kann wenn keiner da ist und die anderen nicht frieren wollen.
3. Der Heizungsregler muss für alle zugänglich (z.B. im Flur) angebracht werden. Er "regelt" dann zwar die Temperatur im Flur aber wird dann zumindest Sollwert generieren wenn es auch nur ein Bewohner braucht. Wenn es einer warm haben will dreht er den Sollwert auf z.B. 20 Grad und die Hütte heizt. Über die Thermostaten in den Zimmern werden die gewünschten Temperaturen eingestellt. Werden diese erreicht schließen die Thermostate in den Zimmern - leider bullert die Etagenheizung weiter weil es ja im Flur nicht warm wird. Die Vorlauftemperatur bleibt hoch und es wird Gas verschwendet...
Letztlich ist diese Konfiguration nicht dafür geeignet das alle Zimmer einzeln reguliert werden können. Hier muss ein neues Konzept her. Der Vermieter wird wohl etwas investieren müssen - was er wahrscheinlich als Modernisierung auf die Miete umlegen wird...
 

Joshua

Gott sei Dank Atheist
Standardmäßig wird die Regelung im Wohnraum durchgeführt weil dort in der Regel die höchste Zimmertemperatur gewünscht wird.
Die Wohnung wurde meines Wissens vor der Vermietung als WG, als ganz normale Wohnung genutzt. Vermutlich war dann eben in dem Raum mit dem Raumtemperaturregler das Wohnzimmer. Deine Erklärung passt auch mit meinem Verständnis überein, danke dafür.
 

JoPa

Allround-Nichtsnutz
Ich hab eine fast gleiche Konstellation und das selbe Problem. Wenn's im WoZi, wo der Regler hängt, warm genug ist, wird der Rest vom Haus kalt.
Das würde für mich bedeuten, Regler überbrücken (der hat einen Eingang Dauer-ein), Thermostat an den Heizkörper im Wohnzimmer und dann kann jeder Raum individuell geregelt werden?
Momentan steht die Temperatur im WoZi höher als eigentlich gewünscht, damit der Rest nicht auskühlt.
 

GiveThatLink

Bekanntes Mitglied
Bei sowas lohnen sich vernetzte Heizungsthermostaten, ggf. mit einer Zentrale. Die sind aber nicht günstig, ergo würde hier die einfache Versetzung des Haupt- bzw. Abklemmen der Neben-Regler sich am meisten lohnen.
 

Rubb

Rover
Kenne das Problem mit dem Regler unter'm Dach (ungeheizter Dachboden), wir haben die Heizung nun so eingestellt, das langsame Erwärmung stattfindet, und in jedem Raum ein Thermostat am Heizkörper arbeitet ....

Mein Gedanke wäre bei 3 Räumen (mit Küche und Bad), den Zentral-Regler mit etwas erhöhter Temperatur einzustellen, und in den einzelnen Zimmern mit dem Heizkörper-Thermostat zu arbeiten.
 

Seelefant

Bekanntes Mitglied
Geht der Heizkreislauf denn einfach nur durch alle Heizkörper durch? Oder sind da T-Stücke an den Abzweigungen?
Eigenlich muss das Wasser ungehindert ohne Regelung einmal durchfließen können...und dann muss an jedem Heizkörper
das Abzweigventil auf gleichen Durchfluss eingestellt sein (Hydraulischer Abgleich, am besten im ganzen Haus). Danach müsste jeder mit einem eigenen Heizungsthermostat
die Raumtemperatur selber wählen können. Nur wenn das Wasser durch einen Heizkörper durchmuss der runtergeregelt ist, kann
ja nicht mehr viel Wärme dahinter ankommen...Mit Smarthomekomponenten, könnte auch jeder sein eigenes Raumthermostat bekommen.
Homematic zum Beispiel...
 

Seelefant

Bekanntes Mitglied
Ich würde deshalb schauen, dass überall T-Stücke sind, die Durchflussventile an jedem Heizkörperanschluss neu einstellen und dann temperaturgeregelte Heizthermostate einbauen.
Dann müsste es eigentlich überall warm werden...es gibt auch Heizungsthermostate die älter sind und ungeregelt sind, die machen nur auf und zu,
unabhängig von der Temperatur. Also die Thermostate auch mal auf Funktion prüfen.
 

JoPa

Allround-Nichtsnutz
Wie findet man denn raus, ob T-Stücke verbaut sind, wenn nur 2 Rohre aus der Wand/Boden kommen?
 

buick

Bekanntes Mitglied
Das müsste dein Vermieter wissen.
Ein Einrohrsystem habe ich aber schon ewig nicht mehr gesehen.
Zum veranschaulichen: Systemvergleich

@TE: Der Regler ist eher für Tag/Nachtabsenkung gedacht und regelt eigentlich nicht die Heizkörper. Er regelt die Vorlauftemperatur des Kessels und die evtl. vorhandene Warmwasserbereitung. Deshalb ist er zwingend nötig.
Es wird grob gesagt eine Raumtemperatur für Tags und für Nachts gewählt. Zum Beispiel 23° Tags, 17° Nachts. Die eigentliche Regelung wird aber mit den Thermostatventilen
am Heizkörper vorgenommen.
Sollte es sich um ein Einrohrsystem handeln, wäre der Bewohner am Ende u.U. der Dumme.

Bei Einrohrheizungen bleibt innerhalb eines Rohrkreislaufs die Wassermenge immer gleich, da mit einem konstanten Volumenstrom gearbeitet wird. Wird mit einem Thermostatventil an einem Heizkörper die Heizwassermenge gedrosselt, gelangt automatisch höher temperiertes Wasser zum nächsten Heizkörper. Folge: dieser Heizkörper wird zu warm. Sollte dann dieser Heizkörper ebenfalls herunterreguliert werden, setzt sich dieser Effekt im gesamten Heizungssystem fort. Klassische Einrohr-Heizungen haben deshalb den Nachteil, dass die Vorlauftemperatur am Heizkörper von seinem Vorgänger beeinflusst wird. Dadurch können Heizkörper deutlich schlechter reguliert werden. Es ist häufig zu warm oder zu kalt. Das mindert die Effizienz und sorgt für hohe Heizkosten.

Wie schon gesagt, dass es sich um ein Einrohrsystem handelt wäre verwunderlich.

Ist es ein Zweirohrsystem, ist es entweder nicht sauber entlüftet, oder es ist ein hydraulischer Abgleich nötig.
Diesen kann man mit etwas Geschick und Zeit auch selber machen (zwar nicht perfekt, aber so das es warm werden sollte).

Ich würde aber als erstes mal das Ventil am Heizkörper prüfen. Thermostatkopf abschrauben und schauen ob die Druckstange freibeweglich ist.
Evtl. mal mit einer Zange leicht dran ziehen. Habe ich schon öfter bei kalt bleibenden Heizkörpern beim Nachbarn gehabt. Das Ventil klemmt und macht nicht mehr ganz auf, dann bleibt es kalt.
Auch der Thermostatkopf kann defekt sein. Ist er runter sollte der Heizkörper ruckzuck warm werden, da Ventil ganz offen.

Eine zu niedrige Vorlauftemperatur oder eine zu niedrig eingestellte (alte) Umwälzpumpe kann ebenfalls Probleme machen.

Hängt sehr von der verwendeten Technik ab.
 

Rubb

Rover
Wie findet man denn raus, ob T-Stücke verbaut sind, wenn nur 2 Rohre aus der Wand/Boden kommen?
... war gerade auf der Suche ... hier der erste Tip (der aber wohl nicht in jeder Wohnung funktioniert :icon_mrgreen: )

Heizungsleitungen finden: Installationsplan hilft

Heizungsleitungen finden Sie am einfachsten anhand des Bauplans. Als Mieter können Sie den Hausbesitzer danach fragen. Haus- und Wohnungseigentümer wenden sich am besten an die Handwerksfirma, die die Leitungen verlegt hat. Sie kennt deren Verlauf oder hat schon bei der Installation einen vollständigen Plan vom Leitungsverlauf gemacht.

Hier das gewünschte Suchergebnis:
Es gibt aber auch Leitungssucher, die nicht auf Spannung, sondern auf Metall reagieren. Mit den sogenannten Metallindikatoren lassen sich nicht nur Strom-, sondern auch Gas- und Wasserleitungen identifizieren, sofern diese aus Metall sind. Die Geräte sind sensibel genug, um auch Metallleitungen anzuzeigen, die in einem Leerrohr aus Kunststoff verlaufen. Allerdings sind in vielen modernen Gebäuden die Wasserleitungen bereits vollständig aus Kunststoff gefertigt. Solche Kunststoffleitungen finden Metallindikatoren natürlich nicht.
 

Seelefant

Bekanntes Mitglied
Wenn ein Metalldetektor nicht geht, würde ein Infrarot Thermometer gehen. Heizung auf volle Pulle und dann die Wand oder den Boden abscannen.
 

Spaceboy1963

Bekanntes Mitglied
Tipps zum Entlüften oder Prüfen des Thermostaten setzen voraus das der Heizkörper im letzten Zimmer nicht richtig warm wird. Aus dem Eingangs Posting erlese ich jedoch das der Raum nicht richtig warm wird und vermute daher eine zu kleine Heizleistung des verbauten Heizkörpers. Das müsste zuerst geklärt werden: Wird der Heizkörper im letzten Zimmer auf ganzer Fläche genauso warm wie seine Freunde in den anderen beiden Zimmern?
Wenn Ja: Die Heizleistung des Heizkörpers ist zu klein (Heizfläche zu gering) für den Wärmebedarf des Zimmers (ergibt sich aus gewünschter Raumtemperatur, Größe und Isolierung des Zimmers)
Wenn Nein: Entlüften, Ventil prüfen u.s.w.

Anhaltspunkte zur Verrohrung kann die Tatsache geben ob der erste Heizkörper ein Thermostatventil hat oder nicht. Hat er kein Ventil ist er wahrscheinlich auch nicht über T-Stücke in einem Parallelkreis sondern das ganze warme Wasser muss durch ihn durch :-) . Bringst Du hier ein Thermostat-Ventil an ist der Rest der Bude zum Frieren verurteil wenn dieser zu regelt...

Wenn diese Konstellation so vorliegt ist es praktisch nicht möglich in allen 3 Zimmern unabhängig von einander eine Wohlfühl-Temperatur zu erreichen. Dafür ist die direkte Versorgung aller Heizkörper mit dem Vorlauf erforderlich (Parallelschaltung), ein Thermostat am jedem Heizkörper und eine bedarfsabhängige Vorlauftemperatursteuerung (Die Heizung muss auch anspringen wenn im letzten Zimmer auf "wärmer" gedreht wird...)

Hier enden dann die Möglichkeiten der elektronischen Zauberer, hier muss wohl der Rohrleger noch mal ran.
 
Zuletzt bearbeitet:

buick

Bekanntes Mitglied
Ich glaube du liegst etwas daneben:
Bei Einrohrheizungen bleibt innerhalb eines Rohrkreislaufs die Wassermenge immer gleich, da mit einem konstanten Volumenstrom gearbeitet wird. Wird mit einem Thermostatventil an einem Heizkörper die Heizwassermenge gedrosselt, gelangt automatisch höher temperiertes Wasser zum nächsten Heizkörper. Folge: dieser Heizkörper wird zu warm. Sollte dann dieser Heizkörper ebenfalls herunterreguliert werden, setzt sich dieser Effekt im gesamten Heizungssystem fort.
Für die ganze Beschreibung siehe Link in #13
Hättest du am ersten Heizkörper kein Thermostatventil wäre der Heizkörper ständig mit voller Vorlauftemperatur unterwegs und du hättest u.U. einen Heizkörper den du nicht mehr anfassen kannst. Eine Vorlauftemperatur zwischen 55 - 70° ist normal.
Bei Einrohrsystemen wird der Durchfluss durch den eigentlichen Heizkörper per Ventil geregelt. Ist das Ventil sogar ganz zu, fliesst das Wasser ungehindert weiter zum nächsten Heizkörper, aber nicht durch den eigentlich Heizkörper:
Einrohrsystem-1-Heimeier.jpg
 

octopussy

Aufsichtsratsvorsitzender
Bei einer Einrohrheitung sollte im Ventil ein Bypass integriert sein, der das Verhältnis Wasser zum HK/Wasser zum nächsten HK fortgeleitet festlegt.
Diese müsste zu Gunsten der nachfolgenden HKs verändert werden, um die Situation wenigstens zu verbessern.
Optimal wäre das hier beschriebene Ventil.
 

Joshua

Gott sei Dank Atheist
Hallo zusammen,

eine kurze Rückmeldung: Dank eurer fachlichen Unterstützung konnte ich den Mietern das Wissen weitergeben und damit konnten diese dem Vermieter klar machen, dass es ein technisches und keine Anwenderproblem ist. Er hat eine Fachfirma hinzugezogen und die hat dann den Raumtemperaturregler in den Flur versetzt. Jetzt wird es in allen Wohnräumen ausreichend warm.
 

octopussy

Aufsichtsratsvorsitzender
Das zwar ein preiswerter Workaround, führt aber höchstwahrscheinlich zu unwirtschaftlicherem Betrieb, da keine realistische Zimmertemperatur mehr zum Kessel gesendet wird.
 

Joshua

Gott sei Dank Atheist
Hm, aber was wäre denn eine realistische Alternative für einen wirtschaftlichen Betrieb?
 

buick

Bekanntes Mitglied
Um diese Frage zu beantworten müsste man den tatsächlichen Aufbau der Anlage kennen. Womit wir wieder am Anfang wären.
Octopussy hat aber recht, die Heizkosten werden wahrscheinlich höher, da wohl mit dem Versetzen des Reglers der günstigste Weg für den Vermieter gegangen wurde.
 

Spaceboy1963

Bekanntes Mitglied
Das zwar ein preiswerter Workaround, führt aber höchstwahrscheinlich zu unwirtschaftlicherem Betrieb, da keine realistische Zimmertemperatur mehr zum Kessel gesendet wird.
Das führt in jedem Fall zu einem unwirtschaftlicheren Betrieb - der Kessel heizt bis die im Flur eingestellte Temperatur erreicht wird. Dort ist aber gar kein Heizkörper - die Temperatur wird also nur erreicht wenn jemand seine Zimmertür offen lässt. Gerade in einer WG ist das ja wohl eher selten der Fall. Von einer Regelung der Kesselleistung kann hier also gar nicht ausgegangen werden, es muss von Hand eingegriffen werden. Szenario: Im Flur sind 17 Grad. das Thermostat steht auf 17 Grad. Der Kessel springt nicht an, auch wenn die Bewohner frieren - egal was sie am Heizkörper einstellen - es kommt ja kein warmes Wasser! Also raus in den Flur und z.B. 20 Grad einstellen. Der Kessel springt an und im Zimmer wird es warm. Wenn die am Heizkörper eingestellten 22 Grad erreicht sind regelt das Heizkörperthermostat zu und im Zimmer bleibt es so schön warm. Leider erkennt das Thermostat im Flur das nicht und der Kessel bullert weiter! Also: Raus in den Flur und dort wieder 17 Grad einstellen. Zimmer kühlt sich leider wieder ab - das Spiel beginnt von vorne. Erschwerend kommt dazu das ja 3 Parteien rumregeln...
Fazit: kostspielige Notlösung die sicherstellt das in diesem Winter keiner frieren muss aber den Adrenalin-Spiegel beim Anblick der Heizkostenrechnung in die Höhe treibt. Kompetenten Heizungsfachmann zu Rate ziehen. Es muss in jedem Raum gemessen werden (Istwert), es muss für jeden Raum eine eigene Wunschtemperatur vorgegeben werden können (Sollwert) und jeder dieser "kleinen" Regelkreise muss seinen Bedarf am Kessel der Etagenheizung anmelden können...
 

octopussy

Aufsichtsratsvorsitzender
Und das ist die Perversion an der Klimaabgabe, der Privatmann muss mehr für Energie bezahlen, aber selbst die Fachbetriebe können ungeniert weiter rummurksen...
Sinnvoll wäre bei sowas eine Sanierungspflicht, auch wenn das zu einer angemessenen Mieterhöhung wegen der Modernisierung führen würde.
 
Zuletzt bearbeitet:

Joshua

Gott sei Dank Atheist
Also raus in den Flur und z.B. 20 Grad einstellen. Der Kessel springt an und im Zimmer wird es warm. Wenn die am Heizkörper eingestellten 22 Grad erreicht sind regelt das Heizkörperthermostat zu und im Zimmer bleibt es so schön warm. Leider erkennt das Thermostat im Flur das nicht und der Kessel bullert weiter! Also: Raus in den Flur und dort wieder 17 Grad einstellen. Zimmer kühlt sich leider wieder ab - das Spiel beginnt von vorne. Erschwerend kommt dazu das ja 3 Parteien rumregeln...

Vorab, soweit ich weiß, handelt es sich nicht um ein Einrohrsystem, sondern an den Heizkörpern sind Vor- und Rücklauf über separate Leitungen angeschlossen. Der Flur hat tatsächlich keinen Heizkörper, wird aber von der WG als kleiner Gemeinschaftsraum genutzt, z. B. zum Essen. Die Tür zur Küche steht fast immer offen und durch diese, WC, Bad und letztlich auch die WG-Zimmer, wird der Flur wohl irgendwie doch mit geheizt. Dass das energetisch nicht optimal ist, ist mir schon klar. Was ich nicht ganz verstehe: Wenn ein Heizkörperthermostat zu macht, weil die eingestellte Temperatur erreicht wird, dann fließt doch weniger abgekühltes Wasser zurück zur Heizung. Die muss dadurch aber doch nur eine geringe Heizleistung aufbringen, um das Wasser wieder auf die Vorlauftemperatur zu bringen. Nach meinem Verständnis "bullert" die dann doch nicht, sondern heizt die geringe Differenz gemächlich nach. Klar, das ist unwirtschaftlicher, als wenn die Vorlauftemperatur bei erreichen der Solltemperatur runter geregelt wird.

Ich werde auf jeden Fall mal zurückspiegeln, dass die auf eine möglichst beständige Einstellung des Raumtemperaturreglers achten und das die Heizkörperthermostate in den WG-Zimmer eher auf "auf" stehen. Dann sollte der Wirkungsgrad doch besser sein.
 

Spaceboy1963

Bekanntes Mitglied
Im Idealfall haben alle Räume ihre Temperatur erreicht, alle Heizkörperthermostate schließen. Normalerweise geht jetzt die Therme in Standby - nur Zündflamme. Hier aber nicht. Die Solltemperatur hat nicht die Vorgaben vom Flur ist nicht erreicht, die Therme versucht weiter sie zu erreichen und... heizt. Natürlich wird nicht soviel Energie verbraucht weil die Rücklauftemperatur fast gleich der Vorlauftemperatur ist, es wäre aber denkbar das die Vorlauftemperatur erhöht wird "um das Ziel zu erreichen" Wie die Regelung auf diesen Zustand letztendlich reagiert ist schwer zu sagen weil ich die Regelung nicht kenne - könnte ja auch etwas älter sein. Aber: Versuch macht klug :-)
 

buick

Bekanntes Mitglied
Moinsen, ihr habt einen kleinen Gedankenfehler.
Ihr geht von einem gleichmäßigen Volumenstrom aus. Dieser ist aber bei 2-Rohrsystem nicht der Fall. Die Heizungspumpe wird ensprechend der Temperaturanforderung und den Druckverhältnissen (Ventile auf/zu) in ihrem Fördervolumen geregelt.
Teilweise steht die Pumpe (keine Temperaturanforderung). Es wäre höchst ineffizient ständig nur heißes Wasser zirkulieren zu lassen, wenn alle oder einige Heizkörperventile geschlossen sind. Deshalb werden Vorlauf- und Rücklauftemperatur gemessen. Ist die Rücklauftemp zu hoch regelt die Heizung runter.

Es ist gut möglich, das die Anlage schlecht eingestellt ist. Evtl. sollte man mal die Fußventile an den Heizkörpern auf ihre Einstellung prüfen. Diese sind für ein vernüftiges Heizen wichtig. Steuern den Durchfluss der Heizkörper. Stichwort: Hydraulischer Abgleich.

Hier schön zu sehen
 

Joshua

Gott sei Dank Atheist
Ist die Rücklauftemp zu hoch regelt die Heizung runter.
Okay, dann findet ja auch in diese Konstellation eine Regelung der Heizung statt.
Es ist gut möglich, das die Anlage schlecht eingestellt ist.
Nach dem Versetzen des Raumtemperaturreglers läuft die Anlage wohl für alle drei Bewohner zufriedenstellend, also in soweit ist für diese erst mal alles gut.
 

buick

Bekanntes Mitglied
Ist in meinen Augen dropsdem ne Frickelei und keine saubere Montage/Einstellung.
Habe dir mal zwei Seiten einer Bedienungsanleitung angehängt, daraus kann man klar entnehmen, das der Regler nun völlig falsch hängt!
Der Vermieter ist nun zufrieden, da es ihn kaum etwas gekostet hat.
Die Mieter werden evtl. bei der Heizkostenabrechnung blass.
 

Anhänge

  • Heizung.pdf
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Bekanntes Mitglied
Habe auch das Problem in meinem (Miet)Haus, Thermostat mit Boilersteuerung im Wohnzimmer und diese 5-Stufen-Thermostate in den anderen Räumen in denen wir uns aber am meisten aufhalten.

Ich habe nur das Problem dass nicht überall diese "Anschlüsse" für die Thermostate am Heizkörper sind. Einige haben irrsinnigerweise, wie der Heizkörper im Wohnzimmer wo auch das Thermostat hängt, nur ein Ventil auf jeder Seite und keine Beschriftung was da nun Ein- oder Ausgang ist.

Mir schwebt daher sowas ähnliches vor wie das:

Alle Thermostate kommen weg und solche Funker oder Funkthermostate kommen hin, deren Funkerbasisstation wird dann irgendwie an das 30 Jahre alte Panel der 30 Jahre alten Heizung geklöppelt und wenn einem Thermostat zu kalt ist, kann das dem Boiler über das am Panel hängende Funkmodul sagen "gib Saft!". Mein Problem, es gibt keinen Schaltplan für das Steinzeitmodul das obendrein die gleiche Modelnummer hat wie ein nur wenige Jahre alte Neuauflage die komplett anders aussieht. :yo

Sowas sollte sich doch auch in der WG einbauen lassen? Die Kosten dürften sich aller spätestens nach 3-4 Wintern amortisieren, anstatt fleißig für die anderen Mieter im Haus mitzuheizen.
 

buick

Bekanntes Mitglied
Um das Ganze richtig einordnen zu können.
Du wohnst zur Miete? Dann solltest du die Finger von Fummeleien an der eigentlichen Heizungssteuerung lassen!!
In der Wohnung befindet sich eine Therme?
Bitte mal Bilder der Heizkörper/Ventile und Anschlüsse.

Das was du vorhast funktioniert so einfach nicht. Eine Heizung funktioniert nicht nach dem Prinzip Ventil auf >>>Heizen. Hier sind Vorlauf-/Rücklauftemperaturen und Heizkurven ausschlaggebend. Ist die Therme evtl. Aussentemperatur geführt? Tag/Nachtabsenkung?

Solltet du nur Ventile an den Heizkörpern haben, die nur auf/zu gedreht werden können, also quasi ständig von Hand geregelt werden müssen, kannst du den Kram ohne Tausch der Ventile sowieso vergessen. Weiterhin greifen die Heizkörperventile in die eigentliche Heizzungssteuerung nicht ein. Sie öffnen lediglich Tempgesteuert den Heizkörperzufluss. Die Heizung steuert erst dann nach wenn die Vorlauf-/Rücklauftemps unter die eingestellen Werte fallen. Das Ganze dann in Abhängigkeit von der Einstellung des Thermostatfühlers im WZ und evtl. Außentemperatur sowie Tag-/Nachtabsenkung.

Eine solche Steuerung ist an einer richtig installierten, eingestellten und gewarteten Heizung mehr bequeme Spielerei als tatsächlich Kosten senkend.
Verlasse ich die Wohnung/das Haus und bin den ganzen Tag nicht zu Hause kann ich mir die Arbeit sparen die Heizkörper runter zu drehen und beim Heimkommen ist die Bude auf eingestellter Temperatur.
Dies funktioniert aber nur in engen Grenzen und auch in Abhängigkeit vom Bauzustand/Isolierung des Hauses. Kühlt die Bude durch zu niedrig eingestellte Temperaturen zu stark aus, muss entsprechend nachgeheizt werden, ergo höherer Verbrauch. Im Grunde bringt dir die Steuerung etwas mehr Bequemlichkeit, aber kaum Energieeinsparung die du nicht auch händisch erreichen kannst.

Greifst du jetzt in die originale Heizungssteuerung ein kann dies u.U. kontraproduktiv sein, da du nun nur einen kleinen Teil manipulierst von dem du nicht weisst welchen Einfluss dies für die tatsächliche Steuerung hat. Dies kann zu Schäden an der Heizung führen. Im günstigsten Fall generierst du nur einen Mehrverbrauch, im schlechtesten Fall führt dies zu Schäden an der Therme.

Denn hier manipulierst du evtl. Verbrennungstemperaturen und damit ebenfalls Abgaswerte, was sehr gefährlich werden und zum erlöschen der Betriebserlaubnis führen kann, wenn z.B. bei der jährlichen Wartung die vorgeschriebenen Werte nicht mehr erreicht werden können.

Sollte deine Therme tatsächlich 30 Jahre oder älter sein, müsste sie nach EnEV sowieso ersetzt werden.

Abgesehen davon kauft man für ein alten Klepper keinen teuren neuen Sattel mehr. :D
 
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