Software Frage Funktionseinschränkungen bei Deaktivierung von IPv6 in der Fritzbox?

Spaceboy1963

Bekanntes Mitglied
Ein laufendes System soll man nicht ändern, aber nachdenken darf man doch, oder?
Seit die FritzBoxen von AVM IPv6 unterstützen habe ich diese Unterstützung abgewählt. Ist schon länger her, ich glaube es war wegen der eindeutigen Zuordung der Adresse zum Gerät - oder so.
Ob das jemals sinnvoll war soll jetzt nicht Gegenstand der Diskussion werden - meine Frage: Ist es sinnvoll diese Unterstützung zu aktivieren? Vor- und Nachteile?
Die Aktivierung ist ja Einfach:
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Danach gibt es noch Optionen mit denen ich nichts anfangen kann - was ist sinnvoll bei einem O2 VDSL Anschluss?

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Danke fürs Lesen, jede Anregung und / oder Hilfestellung sagt im voraus...
Spaceboy
 

Belzeboter

Zombie
Ja, kann man machen..... wenn man dann feststellt, daß es wohl doch nicht so viele
Webseiten mit IPV6 gibt, kann mans auch wieder ausmachen ;)

IPV6 sollte ja das ganz große Ding werden, auch in Bezug auf Adressenknappheit bei IPV4,
aber isses wohl doch noch nicht.....
 

mikado

ɯ ᴉ ʞ ɐ p o
Nach, bevor ich eine echte IPV4 hatte hab ich das mal gemacht. War schon cool, Synology und Nextcloud Server oder so konnte man einfach und portgenau freigeben, ohne auf krude Portnummern zu wechseln.

Leider is tmir dann sofort aufgefallen, das weder mein Mobilprovider IPV6 unterstützte (inzwischen schon) noch das Firmennetzwerk.

Was man aber sagen kann: Es schadet mal nix, das einzuschalten. Geräte die können, benutzen es dann auch.
 

GiveThatLink

Bekanntes Mitglied
"never change a running system" ist der letzte Müll und hatte immer eine ganz andere Bedeutung.
https://www.faq-o-matic.net/2008/02/20/never-change-a-running-system-bullshit/

Was IPv6 angeht, kommt kein modernes System mehr ohne aus, weil intern damit gearbeitet wird. Windows untereinander sowieso, weshalb die meisten Netzwerkklamotten ohne schon zum Scheitern verurteilt sind. Provideranbindung im schlechten Fall auch. Und wenn es nicht genutzt wird, ist es auch egal, frisst kein Brot und stört auch sonst nicht.
 

Krocket

Winterbader
Eventuell Leak-Probleme mit IPv6 & VPN



also immer schön auf Leaks prüfen

mit zB.:
 

GiveThatLink

Bekanntes Mitglied
Anders ausgedrückt - der Router sollte in solchen Fällen nicht als DNS-Server genutzt werden. Im Browser sollte die DNS-Abfrage via VPN erfolgen. Der verlinkter Artikel sieht die Ursache in der VPN-Software:
Es gibt nämlich VPN-Software, die nur den Verkehr über IPv4 verschleiert und alle Anfragen über IPv6 unberührt lässt.
Ist aber unabhängig, ob der Router prinzipiell IPv6 kann/anbietet - wenn der Provider nur IPv4 versteht, ist das hinfällig. Nur ohne IPv6 arbeitet Windows 10 nicht richtig im Netzwerk.
 

ibinsfei

Team (Technik) - BOFH
Mitarbeiter
der Router sollte in solchen Fällen nicht als DNS-Server genutzt werden.
Warum nicht? Mein Router wird als DNS-Server genutzt und nutzt selbst meinen eigenen DNS-Server auf meinem Raspi. Mein Router hängt auch hinter der Fritz!-Box als exposed Host, denn man sollte die Fritz!-Box nicht als Router für das eigene Heimnetz verwenden, besonders nicht, wenn es eine Box vom Provider ist.
Nur ohne IPv6 arbeitet Windows 10 nicht richtig im Netzwerk.
Was soll denn nicht richtig funktionieren?
 
Zuletzt bearbeitet:

GiveThatLink

Bekanntes Mitglied
Hat Krocket doch verlinkt, wann ein Router ein DNS-Leak ist in Sachen VPN, nicht gelesen?

Was IPv6 in Windows 10 angeht, ist das schon sehr lange bekannt, dass es an sein muss:
https://www.deskmodder.de/blog/2018...-damit-der-edge-apps-und-store-funktionieren/

Und das ist jetzt nur intern, dort muss es aktiviert sein, unabhängig vom Router. Es wird behauptet, IPv6 würde das Surfen verlangsamen, das stimmt nur bedingt:
https://www.pcwelt.de/tipps/Windows-Vista-und-7-Internetprotokoll-IPv6-abschalten-3963705.html

Versteht nur nicht jeder, bei einer Fbox ist es überflüssig.

https://www.heise.de/tipps-tricks/IPv6-deaktivieren-so-klappt-s-4401214.html

Die Vorteile von IPv6​

IPv6 hat gegenüber IPv4 einige handfeste Vorteile, weshalb wir, außer in Sonderfällen, nicht dazu raten, IPv6 zu deaktivieren. Neben dem deutlich größeren Adressbereich gibt es weitere praktische Vorteile:

  • Mit IPv6 ist keine NAT notwendig, wodurch eine direkte Punkt-zu-Punkt-Verbindung zwischen Netzwerkgeräten möglich ist. Probleme, die die NAT in Routern verursachen kann, fallen damit weg.
  • IPv6 erleichtert das Netzwerk-Management trotz komplexerer Adressen: DHCP arbeitet effizienter, wodurch die automatische Zuordnung von IP-Adressen zuverlässiger erfolgt. Kurzum: Die Verbindungsaufnahme zum Netzwerk wird schneller.
  • Auch das Routing an sich wird beschleunigt, weil unnötiger Netzwerkverkehr reduziert wird. Dadurch ist die IPv6-Verbindung theoretisch flotter als die IPv4-Verbindung.
  • IPv6 ist neuer und intelligenter als IPv4: So gibt es integrierte Quality-of-Service-Funktionen und eine automatische Priorisierung bestimmter Datenpakete. Das ist vor allem beim Streaming und bei Online-Spielen wichtig.
  • IPv6 unterstützt größere Datenpakete.
Unter Windows 10 führt kein Weg daran vorbei. DHCP wird hier vom Router gestellt, also auch die IP-Adressen zugewiesen, allerdings spreche ich die Rechner mit Namen an und nicht mit IP (was auch möglich wäre).
 

ibinsfei

Team (Technik) - BOFH
Mitarbeiter
wann ein Router ein DNS-Leak ist in Sachen VPN, nicht gelesen?
Der verlinkte Artikel ist über vier Jahre alt und entspricht nicht dem Stand der Technik. In der Regel bekommt man bei einem VPN einen DNS-Server des VPN-Betreibers.
Es ist aber mit und auch ohne VPN sinnvoll nicht den DNS-Server des Providers/VPN zu verwenden, sondern einen eigenen zu betreiben.

Was IPv6 in Windows 10 angeht, ist das schon sehr lange bekannt, dass es an sein muss:
https://www.deskmodder.de/blog/2018...-damit-der-edge-apps-und-store-funktionieren/
Das stimmt nur nicht:
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Solange IPV6 sich vernünftig durchgesetzt hat, muss man es auch nicht verwenden und auch keine Nachteile deswegen. Ich verwende zwar weder Edge, noch den Microsoft Store (die laut deinem Link ja nicht ohne IPV6 funktionieren sollen), habe sie aber beide mal angestartet und es gab keinerlei Probleme.
Ob NAT ein Vorteil oder Nachteil ist, ist Ansichtssache, denn mit IPV6 muss ein Router/Firewall Verbindungen aus dem Internet blockieren und gerade bei provider-verwalteten Boxen hat der Nutzer ggf. keinen Einfluss mehr darauf, ob alle Geräte im Heimnetz von überall her erreichbar sind.
 

ibinsfei

Team (Technik) - BOFH
Mitarbeiter
Das ist nicht meine eigene kleine Welt für Win 10, es ist schlicht und ergreifend Unsinn, dass Win 10 ohne IPV6 nicht richtig arbeitet im Netzwerk.
 

Spaceboy1963

Bekanntes Mitglied
Na dann bau dir mal weiter deine eigene kleine Welt für Windows 10.
Das droht ja in einen Glaubenskrieg auszuarten (vgl. Microsoft vs. Apple vs. Linux) und für solche Probleme finden wir hier keine Lösungen. Ich möchte daher meine Fragestellung konkretisieren:
Bis jetzt läuft mein Netzwerk, die VPNs zu anderen Netzwerken, die Nutzung von Internet und anderen webbasierten Diensten problemlos. Ich habe seit jeher die Nutzung von IPv6 in meinen Geräten blockiert (im Router abgewählt, auf den PCs das Protokoll nicht installiert. Mit welchen Einschränkungen ist dadurch zu rechnen - jetzt und in absehbarer Zukunft?
 

Motorrad

Bekanntes Mitglied
Bei mir waren bei abgeschaltetem IPV6 keinerlei Einschränkungen im Netzwerk feststellbar.
Auch Edge und Store wiesen keinerlei Probleme auf.
Version 20H2 (Build 19042.928)
 

eumel_1

Der Reisende
Solange IPv4 nicht abgeschaltet wird, sind keine Nachteile zu erwarten.
Wenn IPv4 abgeschaltet wird, wirst du informiert werden.
Auch müsste dazu ja offiziell erstmal die RFC 791 als obsolet erklärt werden. Man hat zwar bereits begonnen das umzukrempeln, aber das dauert eben.

Im Moment ist der Status seit ca. 10 Jahren der, dass die großen Content Anbieter davor zurückschrecken.
Es wird also wohl kommen wie immer, erst wenn die Pornoindustrie umsteigt, wird der Rest folgen (ähnlich wie damals beim Kampf VHS - Betamax - Video2000). :D
Daran ändern auch keine IPv6-Tage oder IPv6-Start-Tage etwas:
 

mikado

ɯ ᴉ ʞ ɐ p o
Google schreibt da so eine schöne Statistik fort. MOmentan kommen 1/3 der Anfragen über v6, aus Deutschland die Hälfte. Tendenz steigend:
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Wenn es so weiter geht.... 10 Jahre...

Abgesehen davon, mit Carrier Grade NAT haben viele Provider den Schalter doch schon lange umgelegt. Echtes V4 hat man da nicht, nur so Kompatibilitätszeug.
 

Spaceboy1963

Bekanntes Mitglied
okay, das habe ich bis hier verstanden - glaube ich :-)

Dann habe ich aber gleich noch einmal eine andere Frage: Ich habe im Garten eine FritzBox 6890 LTE mit der ich den Nutzern dort ein WLAN zur Verfügung stelle und über deren DECT-Funktion ich diverse Steuerungen und Regelungen betreibe (Fernsteuerung Markise, Boiler, Temperaturregelung Bad) Damit ich diese Box von außen erreichen kann läuft auf einem kleinen Rasberry Pi ein Anydesk-Server. Anders habe ich es nicht hinbekommen - durch die Mobilfunk-Anbindung gab ist die Fritte nicht von außen erreichbar (keine öffentliche IPv4-Adresse von O2). Funktioniert so seit Jahren, der direkte Zugriff auf die Box wäre mir allerdings lieber.
Jetzt habe ich bei der 6890 LTE auch den Reiter IPv6 aktivieren gefunden. Wenn das funktionieren würde müsste der direkte Zugriff von außen doch funktionieren, oder? Es stehen allerdings mehrere Optionen zur Auswahl und ich wäre für etwas Hilfestellung dankbar. Welche Konfiguration bei der IPv6 Anbindung sollte ich auswählen? Besteht überhaupt die Möglichkeit das man auf eine eindeutige IPv6 Adresse der FritzBox über LTE von außen zugreifen kann? Das Problem der fehlenden öffentlichen IPv4 Adresse sollte doch dann nicht mehr relevant sein?

Danke für jede Hilfe und Hilfe zur Selbsthilfe sagt...
Spaceboy

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eumel_1

Der Reisende
Genau. Das Versprechen dass jede IPv4 Adresse weltweit eindeutig ist, wurde mit der Einführung privater IP-Adressen ad Acta gelegt.
Aber genau das ist nun mit IPv6 machbar:
IPv4-Adressen sind 32 Bit lang. Damit sind maximal 4.294.967.296 (2^32) eindeutige Adressen möglich.
IPv6-Adressen sind 128 Bit lang, wodurch 3,4 x 10^38 (2^128) eindeutige Adressen möglich werden.
Rein theoretisch können also mit IPv6 pro Quadratmeter Fläche auf der Erde rund 1500 IP-Adressen genutzt werden.
Das sollte eine Weile reichen?

Passend zur Tabelle von @mikado
Vodafone und Telekom haben bereits umgestellt im Mobilfunk
 
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