Ergonomie(?) am PC-Arbeitsplatz

g202e

Themenstarter
The Long Man
Hallo allerseits,
wie es aussieht, werde ich den Rest meines Arbeitslebens im Homeoffice verbringen dürfen/müssen. Es gibt also ein nagelneues 14" -HP-Probook, das an meinem privaten 23"-Monitor nebst Tastatur und Maus per KVM-Switch gut funktioniert.
Nun interessiert mich, ob jemand von den anwesenden IT-affinen Boardies Erfahrung in Sachen Ergonomie hat und mich da ein wenig von seinen Kenntnissen profitieren lassen könnte.
Gibt es da geregelte Anforderungen, die so ein Arbeitsplatz erfüllen muss/sollte und auf die man sich gegenüber dem AG berufen kann?
Konkret denke ich z. B. an einen vernünftigen Bürostuhl, der mir zur Verfügung gestellt werden soll/muss. Kennt jemand da (gesetzliche) Regelungen?
Besonders interessant wären für mich auch Anforderungen an die Software, mit der ich arbeiten muss. Als ehemaliger Programmierer sehe ich deutlich, dass die Anwendung in derzeitiger Form nicht wirklich "normgerecht" ist und würde da gern ein wenig Abhilfe anregen.
Zum Beispiel sind sämtliche Ansichten/Tabellen/Views mit denen wir zu tun haben, unsortiert. Da wir nur den jeweils aktuellsten Satz bearbeiten können, ist bei jedem Aufruf ein händisches Sortieren per Klick auf den entsprechenden Spaltenkopf und dann Auswahl der absteigenden Sortierung nach Datum erforderlich. Im Laufe eines Arbeitsgangs muss man 5-10 verschiedene Ansichten durchforsten und hat jedes mal die Sortierung zu "organisieren". Man mag erahnen, was das für eine Klick-Orgie ist; ich befürchte echt das "Ausleiern" der Fingergelenke.:D

Nun hat mir ein Kollege erzählt, dass es bei seiner Tochter ziemlich strenge Regeln für das Homeoffice gibt; dort bekommen die MA vom AG richtig gute und also teure Bürostühle gestellt, welche nach 4 Jahren ausgemustert und ersetzt werden. OK, 4 Jahre reichen bei mir locker bis zur Rente, aber ich würde gern wissen, ob es für sowas festgeschriebene Regeln existieren und wo diese eventuell zu erkunden wären.

Falls da jemand was weiß, würde ich mich freuen, davon zu erfahren.
 

DrSnuggles

Bekanntes Mitglied
Wenn du nicht in der Firma arbeiten darfst dann

 

Dorwyn

Bekanntes Mitglied
Ansonsten:
Ich hab bei mir im Büro einen höhenverstellbaren Tisch. Den hab ich inzwischen sehr lieb gewonnen und stehe dann doch auch öfter mal den Tag über. Und wenn es jeweils nur ein paar Minuten sind. Fürs Homeoffice braucht man auch ein gutes Headset. Gerade im HO telefoniert oder teamst man noch mehr als in der Firma. Den zusätzlichen Monitor würde ich mir auch von der Firma geben lassen... und 24" sind nicht mehr zeitgemäß ;)
Firmenhandy wäre noch gut.
Mal abgesehen von den gesetzlichen Regelungen würde ich versuchen mit meinem AG zu reden ob wir vielleicht einen Deal machen und er mir anteilig was am neuen Tisch/Stuhl bezahlen würde wenn man denn einen braucht. Damit der in deinem Besitz und nicht im Besitz der Firma ist. Sonst bringst du den zurück wenn du in Rente gehst und dein Equipment abgeben musst.
Bei meinem alten Arbeitgeber gab es bspw. einen Deal mit den Firmenhandys: Man hat sich das Handy des Verlangens als Vertragsverlängerung beim Netzbetreiber rausgesucht und den Aufpreis aus eigener Tasche bezahlt. Dadurch ging es dann in den Besitz des Mitarbeiters über.
Das Ergebnis war erstaunlich: Bei manchen Mitarbeitern ist das iPhone dann nicht mehr aus Versehen einmal im Jahr auf den Boden gefallen wenn die neuen Modelle raus kamen. ;)
 

g202e

Themenstarter
The Long Man
Danke schon mal.
@DrSnuggles Den Haufe-Link werde ich mir mal genauer ansehen und auch mal den 30-min-Platin-Test machen; klingt so, als ob da noch was zu lernen ist.

@Dorwyn So einen höhenverstellbaren Tisch gibt es hier auch schon und der hat sein Geld schon verdient, denke ich. Dienstphone gibt es auch ganz frisch. Mal sehen, ob ein Deal bzgl. einem ordentlichen Stuhl möglich ist. Bin da eher skeptisch.

Die (wirklich) schlecht programmierte Anwendung macht mir momentan am meisten Sorgen. Gibt es in der Richtung verbindliche Regeln?
 

w0hnzimmer

Bekanntes Mitglied
Wir hatten vor der Pandemie höhenvestellbaren Schreibtisch und Stuhl bekommen und haben die nach 1,5 Jahren privat für gesamt 60€ abgekauft, vllt. auch eine Alternative
 

peppi911

Bekanntes Mitglied
Soweit ich weiß ist es ein Unterschied ob Telearbeit oder HO.
Bei HO gibt es nix. Da muss man selber kaufen und dann absetzen.
Wenn die Firma was anbietet ist das vermutlich nur ein Goodie aber keine Pflicht.
 

cyber_cube

Bekanntes Mitglied
Es gibt da verschiedene Vorgaben bzw. Empfehlungen. Was ich hier auf die Schnelle gefunden habe, ist eine Broschüre von der VGB (Unfallversicherung) "Bildschirm- und Büroarbeitsplätze / Leitfaden für die Gestaltung".

Da macht auch jede Firma ihre eigenen Sachen. Evtl. hat dein AG mit einem Büroausstatter eine Kooperationsvereinbarung, wo man sich beraten lassen kann und sich was Passendes heraussuchen kann. Anständige Büromöbel können richtig ins Geld gehen.

Was die Software anbelangt, da wirst du im Zweifelsfall keinen Einfluss haben. Wenn eben der AG irgendeine krude Branchensoftware nutzt, muss man die dann eben nutzen. Das kenne ich von einer Bekannten, welche FiBu im Homeoffice gemacht hat. Gruselige Software, da ist mir mein Collmex 1000x lieber.
 

feuerhunter

Unrechthaber
Bitte auch bei der Wortwahl aufpassen. Wer einen festen Heimarbeitsplatz hat, hat einen Telearbeitsplatz. Für die Ausstattung und eigentlich auch den Internetanschluss hat der Arbeitgeber zu sorgen. Er ist auch dafür verantwortlich, dass die entsprechenden Richtlinien eingehalten werden. Dazu gehört ggf auch ein Besuch zu Hause. Der Arbeitnehmer hat im Gegenzug entsprechende Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen für seinen Arbeitsplatz. Ein fester Arbeitsplatz in der Firma steht einem nicht mehr zu.
Das neudeutsche Homeoffice entspricht eigentlich dem Modell "mobiles Arbeiten". Hier ist der Arbeitgeber nur verpflichtet, die technischen Möglichkeiten für eine sichere Einwahl in die Firma bereit zu stellen. Für den Rest inkl. einem ergonomischen Arbeitsplatz (nein, denn ganzen Tag in einen Notebookbildschirm starren ist nicht ergonomisch und auch nicht zulässig) ist der Arbeitnehmer zuständig. Je nach Großzügigkeit des AG geht da natürlich auch mehr. Aber das ist dann alles freiwillig. Es besteht kein Rechtsanspruch darauf.
Woher ich das weiß? In unserer Firma tobt gerade ein Kleinkrieg. Es gibt Mitarbeitende, die partout nicht einsehen können oder wollen, dass das Modell des mobilen Arbeitens nicht 100% im Homeoffice sein kann aber beides wollen. Ihren persönlichen voll ausgestatteten Arbeitsplatz in der Firma, wenn sie einmal im Monat zur Besprechung in die Firma kommen, aber auch vom Arbeitgeber die Vollausstattung zuhause.
 

Setty

I ♥ ⌂ ♫
Das neudeutsche Homeoffice entspricht eigentlich dem Modell "mobiles Arbeiten".
Am häufigsten werden die Begriffe "Homeoffice" und "mobile Arbeit bzw. mobiles arbeiten" verwendet. Wobei mit Homeoffice immer der feste Arbeitsplatz Zuhause gemeint ist.
Die ArbStättV regelt auch nur die "Telearbeitsplätze", also die fest eingerichteten Zuhause, die landläufig als "Homeoffice" bezeichnet werden.
Mobiles Arbeiten wird von der ArbStättV nicht geregelt, daher gibt es dann auch keinen Anspruch gegenüber den Arbeitgeber, wenn der "mobiles Arbeiten" anbietet.
Wichtig dabei ist, dass beim "mobilem Arbeiten" immer noch das Arbeitsschutzgesetz gilt.
 

g202e

Themenstarter
The Long Man
Vielen Dank für eure Beiträge.
Weiß vielleicht jemand etwas zu Folgendem: Der AG hat uns eine betriebsärztliche Untersuchung angeboten mit Schwerpunkt "Bildschirmarbeit"; eine evtl. daraus resultierende "Bildschirm-Brille" wird ebenfalls "gesponsort". Ich will in dem Kontext versuchen, vom Arzt eine Empfehlung/Verschreibung eines extra großen Bürostuhls zu bekommen.
Bin über 2 Meter groß und da gibt es extra für große Leute konstruierte Stühle, welche natürlich auch extra kosten. Ist der AG in der Richtung dann irgendwie verpflichtet, einer solchen Verschreibung zu folgen?
 

tolotos

notgelandeter Haluter
... Aus der Definition, wie es bei uns in der Verwaltung gehändelt wird.
Wir haben eine alte DV Telearbeit, die die Ausstattung im Homeoffice dem Mitarbeiter überlässt... BYOD
Problemstellung: Bei Telearbeit / festem Homeoffice muss der AG die Ausstattung zur Verfügung stellen, der Arbeitsschutz hat ein Mitspracherecht, kann theoretisch den Heimarbeitsplatz auditieren....
Deswegen gehen heute alle in Dienstvereinbarungen Mobiles Arbeiten. Es wird ein Notebook zur Verfügung gestellt. Für häufig genutzte Heimarbeitsplätze auch noch ein vernünftiger Monitor.
Die Möglichkeit des Mobilen Arbeitens geht teilweise bis zu 80 % der Arbeitszeit.

@g202e
Bei uns würdest Du nach Vorlage eines Attestes für einen Speziellen Stuhl zum Vertrauensarzt geschickt. Wenn der den Bedarf bestätigt, bekommst Du den Stuhl, von der Berufsgenossenschaft oder der Rentenversicherung gibt es üblicherweise einen Zuschuss. Bei voller Finanzierung durch die RV geht der Stuhl in Dein Eigentum über. Wenn der Arbeitgeber einen Teil oder voll bezahlt, bleib er der Eigentümer.
Bei uns wurden so lange die höhenverstellbaren Schreibtische finanziert, heute wird das Standard.
 

octopussy

Aufsichtsratsvorsitzender
Vielen Dank für eure Beiträge.
Weiß vielleicht jemand etwas zu Folgendem: Der AG hat uns eine betriebsärztliche Untersuchung angeboten mit Schwerpunkt "Bildschirmarbeit"; eine evtl. daraus resultierende "Bildschirm-Brille" wird ebenfalls "gesponsort". Ich will in dem Kontext versuchen, vom Arzt eine Empfehlung/Verschreibung eines extra großen Bürostuhls zu bekommen.
Bin über 2 Meter groß und da gibt es extra für große Leute konstruierte Stühle, welche natürlich auch extra kosten. Ist der AG in der Richtung dann irgendwie verpflichtet, einer solchen Verschreibung zu folgen?
Meiner Meinung nach am Arbeitsplatz und bei definierter Telearbeit ja, bei Homeoffice ist es ungeregelt.

 
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