Erledigt Erfahrungen mit Win-10-Umzug auf anderen Rechner

bavariantommy

Universaldilletant
Hi zusammen,

da ich mir einen anderen Rechner zugelegt habe, stehe ich aktuell vor folgendem Problem. Ich möchte den neuen Rechner nur ungern komplett von vorne neu einrichten, sondern lieber das "alte" voll eingerichtete Win10 samt allen Programmen (die sich auf der gleichen Partition befinden) auf den neuen Rechner portieren.
Früher war das ja fast ein no-go - häufig endeten derartige Versuche mit einem BSoD.
Verhält sich Win10 in dieser Hinsicht inzwischen anders?

Folgendes Szenario liegt vor: Im alten Rechner läuft Win10 pro auf einer herausnehmbaren SSD, ich brauch sie also nur aus und im neuen Rechner einbauen.
Auf dem neuen Rechner soll das System auf eine nicht herausnehmbare M2.SSD übertragen werden - was bei gebootetem System wohl nicht möglich sein wird.
Ist das überhaupt ratsam, wenn ja, hab ihr Ideen oder Erfahrungen, wie ich Win 10 von der SSD auf die M2 übertragen kann und was ich dabei beachten muss - sofern Win die Portierung überhaupt mit macht, versteht sich.
 
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silverrider

The One and Only
Moin,
also bei Rechnerumzug/OS-Update/Umzug bin ich immer der Vertreter einmal auszumisten. Das bedeutet bei mir, brauch ich oder nutze ich die Software eigentlich noch, könnte ich nicht mal ein Update kaufen/besorgen, welche Hardware, welche Treiber hatte ich eigentlich, wo bekomme ich die her, hups könnte man ja mal updaten etc. Lange Rede kurzer Sinn :icon_lol: Ich setzte den Rechner immer neu auf, ja kostet mehr Arbeit, aber danach habe ich Ruhe!

Just my 2 cent
 

bavariantommy

Universaldilletant
@silverrider - ich habe das System erst vor einem halben Jahr (beim Umstieg von Win7 auf Win10) neu eingerichtet. Das ist quasi noch nicht mal richtig "eingefahren" ;)
 

Grainger

Team (Mod)
Mitarbeiter
Ich habe beim Umzug von einem Mobo mit X470-Chipsatz auf eines mit X570-Chipsatz nur die Chipsatz-Treiber neu installiert. Da das aber letztendlich die gleiche Chipsatz-Familie ist mag das kein sehr gutes Beispiel sein.

Allerdings hatte ich mir vor dem Umbau die aktuelle BIOS-Version für mein neues Mobo auf einen USB-Stick kopiert und zu allererst (noch vor dem ersten Booten des OS) ein BIOS-Update gemacht.

In meinem Fall war das auch gut so, man weiß ja nie wie lange das Mobo beim Händler im Lager lag und auf meinem war wirklich eine sehr frühe BIOS-Version drauf.
 

Bestatter

Schwarzfahrer
Vom alten PC Image erstellen, mit Transwiz alle nötigen Benutzerprofile sichern und mit c:\Windows\System32\Sysprep\sysprep.exe (OOBE, vereinzeln, herunterfahren) den alten PC für die Übertragung vorbereiten.
Den alten PC danach nicht neu starten, sondern von dem Zustand nach Sysprep ein Image erstellen.
Das Nach-Sysprep-Image auf dem neuen PC wiederherstellen und nach durchlaufener OOBE per Transwiz die fehlenden Benutzerprofile wiederherstellen.
Auf dem alten PC ggf. das erste Image vor Sysprep wieder einspielen.
 

Cosmo

Team (Founder)
Mitarbeiter
Doch, @bavariantommy , was du da vorhast, geht.

Ich mache so etwas sehr oft. Es gibt einige Workflows, mit denen man so etwas machen kann. Deshalb wundere dich nicht, wenn mehrere Vorschläge kommen. Ich beschreibe mal einen, von dem ich glaube, dass der am ehesten hinhaut bei dir und am schnellsten geht.

Ich nehme an, du ziehst von UEFI-Boot nach UEFI-Boot um, richtig? Wenn nein, bitte melden.

Ich würde das so machen:

1. auf dem alten System:

hier den Workflow unter 2. (ausgeblendete Geräte im Gerätemanager dauerhaft anzeigen) ausführen. Da kann man nichts falsch machen und es ist immer gut, ausgeblendete Geräte anzeigen zu können.

2. die alte SSD in den neuen Rechner einbauen und nachschauen, ob das Bios sie korrekt erkennt. Dabei Rechner nicht booten!!

3. Den neuen Rechner mit der Sergei Strelec Tools DVD oder einem damit vorbereiteten Stick booten.

4. In der Sergei Strelec Windows10Pe das Tool "Mini Tools Partition Wizard" aufrufen.

5. Im Mini-Tools Partition Wizard gibt es einen SSD Migration Wizard, diesen laufen lassen, und die Installation von der SSD auf die M2.SSD migrieren. Danach: Rechner herunterfahren, also ausmachen.

6. Am neuen Rechner jetzt die alte SSD disconnecten. Rechner starten. Windows 10 bootet jetzt und sucht sich die Chipsatztreiber und alles Weitere. In 99% der Fälle geht das ohne BSOD.

7. Windows 10 merkt beim Booten in den Desktop, dass es auf anderer Hardware läuft und installiert neue Treiber aus dem eigenen Repertoire, und deaktiviert Treiber von nicht mehr vorhandener Hardware.

8. Rechner ins Internet bringen und ein bisschen laufen lassen, ohne allzuviel zu machen. Windows 10 sucht sich jetzt automatisch im Internet über Windows Update fehlende Treiber, in erster Linie zunächst mal den Grafiktreiber, meistens innerhalb von 10 Minuten oder so.

9. Windows Update aufrufen und Update-Suche anstoßen. Vielleicht werden dann noch andere Treiber gefunden, die eingebunden werden. Alles mit Geduld, es dauert manchmal ein wenig, bis etwas gefunden wird.

10. Spätestens jetzt mal den Geräte-Manager aufrufen. Sind da keine oder einige gelbe Ausrufezeichen? Wenn ja, Ruhe bewahren! Jetzt "ausgeblendete Geräte anzeigen" aktivieren. Es zeigt sich, dass die nicht mehr vorhandenen Geräte von der alten Installation ausgegraut sind. Die ausgegrauten Geräte (nicht die gelben Ausrufezeichen!) mit der re. Maustaste löschen. Da hast du 10 Minuten zu tun. Ich bin immer vorsichtig, ausgegraute Geräte in der Audio-Sektion zu löschen (ich weiß gar nicht so genau warum, irgendwann ist mir da mal etwas schiefgegangen und ich hatte kein Audio), lass das Audio mal zunächst ruhen und kümmere dich vielleicht später darum. Mein Freund @miki4 behauptet immer, man solle das mit den "ausgegraute Geräte löschen" zuallererst machen, damit Windows Update nicht Treiber für nicht mehr vorhandene Geräte updated. Diese Erfahrung habe ich eigentlich nicht, ich ignoriere also, was @miki4 sagt, obwohl der meistens Recht hat.

11. Danach hast du schon einen ziemlich sauberen Rechner. Falls jetzt noch einige gelbe Ausrufezeichen da sind von Geräten, die keinen passenden Treiber haben, mache ich jetzt folgendes neuerdings: Ich installiere den IO-Bit Driver Booster und lasse nach Treiber Updates suchen. Es werden dann so ca. 20 updatebare Treiber gefunden. Diese hake ich aber aus, sondern aktiviere nur jeweils EINEN Treiber von den gelben Ausrufezeichen ---> Start update. Der IO-Bit Driver Booster holt sich jetzt den passenden Treiber von irgendwoher aus dem Internet. Achtung: Treiber Update-Tools werden grundsätzlich von Antivirus-Programmen als "fatale Bedrohung" eingestuft und weggeputzt. Also evtl. das Ani-Virus deaktivieren, bevor man damit arbeitet. Wenn der IO-Bit Driver Booster dir bei fehlenden Treibern nicht helfen kann, musst du passende Treiber nach alter Väter Sitte auf der Hersteller-Homepage oder bei Intel o.ä. suchen gehen, was natürlich länger dauert als mit dem IO-Bit Driver Booster.

Wenn alles perfekt flutscht, hast du deine Migration in einer Stunde komplett abgeschlossen. Erfahrungsgemäß zeigt sich auch, dass die Installation perfekt und schnell läuft und sauber ist. Diese Dinge funktionieren übrigens auch bei Win8.1, bei Windows7 habe ich persönlich noch nie versucht.

Du hast jetzt ein geklontes System auf zwei Rechnern am laufen, d.h. die zwei Systeme haben die gleiche SID. Das führt in einigen Lebenslagen zu Netzwerkproblemen. Ich habe die Erfahrung, dass sich die geklonten Rechner nicht so ohne Weiteres "automatisch im Netzwerk sehen". Anspringen über \\Tommy-PCalt geht aber. Außerdem geht der Windows-Media-Player DLNA-Server nicht, wenn beide Rechner laufen im Netz. Das ist die Strafe dafür, dass du das nicht so gemacht hast mit Sysprep, so wie @Bestatter das richtig vorschlägt. Die nachteiligen Effekte sind aber so mild, dass ich das mit der geklonten SID meistens ignoriere.
 
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bavariantommy

Universaldilletant
Du solltest bei uns als Redakteur anheuern @Cosmo - eine astreine und gut nachvollziehbare Beschreibung - Vielen Dank dafür! :yo
Edit: Ist, wie von Dir vermutet, von UEFI zu UEFI.
 
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bavariantommy

Universaldilletant
@Cosmo
Da hat Microsoft aber erhebliche Fortschritte gemacht.
Es hat alles absolut reibungslos funktioniert!
Auch der Geräte-Manager ist clean. Nochmals vielen Dank für Deinen Support.
Btw. Sergei Strelec Tools DVD ist ja echt ein Knaller.

Um das Rettungs-Image auf die USB zu transferieren habe ich übrigens Rufus 3.11 verwendet. Ging absolut problemlos, genauso wie der Rest.

Hätte nicht gedacht, dass das wirklich komplett ohne pain in the ass vonstatten geht. Das habe ich auch schon oft genug anders erlebt.
 
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Cosmo

Team (Founder)
Mitarbeiter
@bavariantommy jubilierte:

Da hat Microsoft aber erhebliche Fortschritte gemacht.
Es hat alles absolut reibungslos funktioniert!
Auch der Geräte-Manager ist clean.
Nachdem das so schön flutscht, merkst du und jeder Leser hier in diesem Thread:

Es eröffnen sich damit grandiose Möglichkeiten!!:

Man kann dieser Technik folgend eine Windows 10 Installation vorbereiten, in welche alle sinnvoll wünschenswerten Software-Musthaves und Windows-Tweaks schon eingebaut sind, die alles abdecken, was ein ambitionierter Computer-Enthusiast an Software und Tools benötigt. Wir unterhalten uns ja seit 22 Jahren hier im Board darüber, was man idealerweise für was nimmt. Diese Installation dann regelmäßig pflegen und in dem Fall, dass einem ein Rechner daher kommt, der eine frische Installation benötigt, das Master Windows 10 Image aufklonen, wodurch sich der Target-Rechner in 20 Minuten von einer traurigen, verkackten Mühle in eine perfekt eingerichtete eierlegende Wollmilchsau verwandelt. Das ist dann segensreich sowohl für die eigenen Rechner, die man hat, oder auch für die Rechner von alleinerziehenden Müttern, die man kennt, oder auch für Rechner in Produktiv-Umgebungen, die dann auch mal so richtig etwas können, wenn es erforderlich ist.

Das ist kein vager Plan von mir, mit dem ich mich vielleicht mal in Zukunft beschäftigen möchte, sondern das läuft schon seit 2016 bei mir. Mein Master-Image ist in meiner Stadt schon auf ca. 350 Maschinen drauf und ----> läuft.
 
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Bestatter

Schwarzfahrer
...
Du hast jetzt ein geklontes System auf zwei Rechnern am laufen, d.h. die zwei Systeme haben die gleiche SID. ... Die nachteiligen Effekte sind aber so mild, dass ich das mit der geklonten SID meistens ignoriere.
... da Du Deine PCs weder in einer Domäne betreibst, noch einen WSUS für die Updatesteuerung hast.
In beiden Fällen führen multipel doppelte SIDs nämlich zu echten Problemen.

Als Alternative zum kompletten neu aufsetzen hilft dann das, wovon ich #5 abgeraten habe: Dein PC nach dem Sysprep neu starten und die OOBE durchlaufen lassen.
Gesicherte Nutzerprofile helfen auch dann! ;)
 

bavariantommy

Universaldilletant
Kein Licht - ohne ein wenig Schatten.
Windows und alle anderen bisher getesteten Programme haben den Umzug problemlos mitgemacht.
Aber ausgerechnet MS Office mault mich jetzt an, ich solle das Produkt neu registrieren, weil sich die Hardware geändert habe.
Gut - kein Drama - aber dennoch ärgerlich.
 
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bavariantommy

Universaldilletant
Wie sich jetzt herausstellte ist auch Windows selbst vom lizenzproblem betroffen. Jegliche Versuche, die alte Lizenz von Lizenzking zu reaktivieren scheiterten. Letztendlich musste ich eine neue kaufen.
 

Richard Wagner

Bekanntes Mitglied
Ich hab' gerade mal bei Lizengo geschaut. Da gibt es die Enterprise für 75 Taler.
Auch wenn es hier schon öfters diskutiert wurde: Kann bitte jemand kurz zusammen fassen, welche Vorteile ich als Privatanwender gegenüber Windows 10 Pro hätte?
Uns was ist mit den verbreiteten Antispionage-Tools, funktionieren die auch in Enterprise Umgebungen?
 

GiveThatLink

Bekanntes Mitglied
Alles, was über Pro hinaus geht, ist bei privat verschwendete Energie, ausser man möchte Win10 ohne Ballast, dann nimmt man die LTSC. Aber wer bereit ist, dafür Geld hinzulegen, ist auch bereit dafür, richtig abgezockt zu werden bei sowas. Oder glaubst du ernsthaft, die hätten 75 Euro für eine Nummer aus dem VLK-Pool bezahlt? VLK gibt es ab 5 Rechner, also bitte. Das sind dann genau die Keys, die MS irgendwann abschaltet und dann geht das Geheule los. Und das betrifft so ziemlich alle Keys, die nicht Retail sind und aus solchen Quellen stammen
Ein Key ist keine Lizenz! Und dann ist da noch die Sache mit dem COA, wenn man eine Lizenz erwirbt

Es ist also immer wunderlich, wenn eine Retail statt 230 Euro nur einen Bruchteil kostet. Man bezahlt eigentlich nur für das eigene Gewissen, aber eine echte und vollständige Lizenz ist das dennoch nicht und somit Illegal mit viel Grauzone.

Im übrigen funktioniert eine Windows-Übertragung auch mit MBR <> MBR vollständig, sobald der BCD richtig steht auf der neuen Platte.
 

bavariantommy

Universaldilletant
@GiveThatLink
Prinzipiell hast Du sicherlich recht. Nur - beim besten Willlen - über 250 Euro ist mir eine Einzelplatzlizenz für Win 10 pro einfach nicht wert.
Da kauf ich mir lieber zwei oder drei Lizenzen von Lizenzking etc., das kommt mich unterm Strich deutlich günstiger.
Legal oder illegal - darüber streiten sich nach wie vor die Experten. Ich sag mal so: wäre es ohne Zweifel illegal, wäre MS längst gegen die Anbieter vorgegangen.
 

speck76

Bekanntes Mitglied
Eine andere Methode wäre die Backup-Restore-Methode mit Macrium Reflect ("Redeploy"). Habe mal im letzten Jahr zum Spaß und nur vorübergehend ein Win-10 Image von meinen alten Laptop auf meinen Desktop migriert, um zu checken, was dann passiert. Erstaunerlicherweise bootete das System ohne BSOD. Einige Sachen wie SpeedCommander oder Macrium Reflect (vorher im Ernstfall Lizenz auf dem alten Rechner deaktivieren!) waren nicht mehr registriert - auch MS Office, aber da gibt es ja einen blitzschnellen "Workaround". Win 10 blieb übrigens aktiviert (war aber keine fremde Volumenlizenz). Und als beste Lösung zur Entsorgung der alten bzw. Neubeschaffung der neuen Treiber bevorzuge ich Driver Genius - das arbeitet zu 99% korrekt (deutlich weniger False-Positive Angebote als beim IObit Driver Booster).
 
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