Hardware Frage Empfehlung für USV gesucht.

EchtAtze

Bekannter Mitglied
Hallo zusammen,

an mich wurde die Bitte herangetragen mich nach einer USV umzusehen.

Ziel ist es, dass die USV im Falle eines Stromausfalls zwei PCs, die ständig laufen, herunterfährt und solange natürlich mit Strom versorgt.

Evtl. reicht es auch, dass bei Stromausfall auf einem der beiden Rechner ein Script ausgeführt wird. Dieses könnte ich dann so implementieren, dass es beide Rechner herunterfährt.

Ich habe nicht gemessen, wieviel Leistung diese beiden Rechner ziehen, aber wenn ich 100W pro Rechner kalkuliere, ist das schon großzügig, denke ich. Die Monitore müssen nicht an der USV hängen.

Als Betriebssystem läuft da jeweils Windows Server 2012 R2 drauf.

Fragen:
- Kann eine USV mehr als einen PC 'steuern'?
- Welche Leistung müsste so eine USV haben, um die PCs sagen wir mal 1h am Leben zu halten bevor sie automatisch heruntergefahren werden (falls es u.U. doch nicht gewünscht ist sie sofort herunterzufahren)?
- Wie lange halten die Akkus i.d.R. bevor man sie tauschen muss (ich gehe davon aus, annähernd nie ein Stromausfall auftritt)?
- Kann jemand entsprechende Hardware empfehlen?

Gruß
Atze
 
Zuletzt bearbeitet:

dr_tommi

alter Oldie
Ohne genaue Leistungsangaben wird es schwer.

Eine USV sendet normalerweise bei Stromausfall und bei Erreichen einer bestimmten Kapazität Informationen über USB, Seriell bzw. LAN an einen oder mehrere Agenten, die dann entsprechend reagieren und den/die Rechner gesichert herunterfahren.

In der Praxis halten die Akkus normalerweise mindestens 3-5 Jahre. Die Firma APC gibt eine Lebensdauer von 5-10 Jahren als Maximum an.
10 Jahre habe ich allerdings in der Praxis noch nie erlebt und bei den billigen USV für den Heimgebrauch ist das auch nicht zu erwarten.

Eine Laufzeit vom 1 Stunde für 2 Server halte ich für sehr unrealistisch und erhöht die Kosten der USV extrem und vor allem unnötig.

Marktführer ist APC, allerdings gibt es auch etwas preiswertere.
APC bietet einen Rechner/Kalkulator an um das passende Gerät auszuwählen:
https://www.apc.com/shop/de/de/tools/ups_selector

Wenn man die Leistungsparameter hat dann kann man natürlich auch ein Gerät eines anderen Herstellers nehmen.
 

EchtAtze

Bekannter Mitglied
Danke schon mal.

Ich habe nun einmal bei APC bzgl. der Software nachgelesen. Bei den 'kleineren' Geräten liegt wohl nur PowerChute Personal bei, welche, wie es ausschaut, nur den (z.B. per USB) angeschlossenen Rechner herunterfährt.
Ein Script, mit dem ich selber kreativ werden könnte, hingegen unterstützt wohl nur die "PowerChute Business" Edition.

Gehe ich richtig in der Annahme, dass letztere nicht kostenlos ist bzw. nicht zu den günstigeren USVs kompatibel ist? Da finde ich nichts drüber...
 

dr_tommi

alter Oldie
Mit der Business Edition habe ich keine Erfahrungen. Für die großen APC die wir im Einsatz haben haben, wird die Networkedition genutzt.
Herunterladen kann man ja alle Editionen.
 

eumel_1

Der Reisende
Nachdem wir in der Firma Probleme mit fehlerhaften APC USVs hatten, sind wir auf EATON
http://powerquality.eaton.de/Products-services/Backup-Power-UPS/5S.aspx?cx=81
geschwenkt, funktioniert auch ganz hervorragend.
https://www.channelpartner.de/a/apc-geraete-rueckruf-wegen-brandgefahr,211184
nein, dieser Rückruf war es nicht, muss noch einen geben von 2014 oder '15, bei uns sind die Gehäuse geschmolzen und die Batterie ist fast herausgefallen. Mit APC bin ich durch, auch wenn ich @home noch eine in Benutzung habe.

Ich hatte vor Jahren mal APC Server USVs in 19" Bauform in Racks verbaut (schweineschwer die Dinger - sowas bleibt unten im Schrank!), da sollte alles redundant sein, die USVs hatten neben USB auch serial Anschlüsse, da hat das über Kreuz funktioniert, das eine USV beide Server versorgt (jeder Server hatte 2 Netzteile) und die andere USV ebenfalls beide Server. Es ging dann jeweils ein USB-Kabel zu einem Server und ein serielles Kabel zum anderen Server.
Aber generell für den Heimgebrauch der totale Overkill.

Zur Frage wegen 1 Stunde Versorgung - obwohl schon von dr_tommi beantwortet:
man stellt in der Software ein, wie lange der PC bei Spannungsausfall weiterlaufen soll, selbst wenn du 1h einstellst (ich meine mich zu erinnern, dass bei APC max. 30 min machbar sind, kann mich aber auch irren), wird der PC bei erreichen der Mindestkapazität der Batterie vorher heruntergefahren.
In der Praxis stellt man das auf den Mindestwert von 1 Minute (in der jetztigen Firma wird immer 2 Minuten eingestellt, in der Firma davor war 1 Minute die Regel), oder maximal 5 Minuten (was auch Quatsch ist, bei Stromausfall sind alle Monitore auch dunkel!).

Hinweis 1: Drucker (speziell Laserdrucker) werden NIE über eine USV angeschlossen!
Hinweis 2: Monitore kommen an den Anschluss, der nicht batteriegepuffert wird (um die Leistung der Batterie nicht sinnlos zu verringern).
Hinweis 3: Bei APC bekommt man nach 3 Jahren eine Meldung, dass es Zeit wird, die Batterie zu ersetzen. Ich kann aus Erfahrung sagen, dass es günstiger kommt, eine neue USV zu kaufen, als eine einzelne Batterie bei APC. In der Praxis klickt man dann in der Software an, dass die Batterie gewechselt wurde und man hat wieder 3 Jahre Ruhe.
 
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EchtAtze

Bekannter Mitglied
Auch an dich ein Dankeschön.

Die Hinweise 1+2 sind selbstredend. ;)

Was die Zeit angeht revidiere ich das mit der 1h man schnell. :icon_funny: Es sollte reichen, wenn nach 2-3 Minuten Stromlosigkeit die Dinger runtergefahren werden.

EATON schaue ich mir auch mal an.
 

eumel_1

Der Reisende
Companion nennt sich die EATON Software dafür, kann man auch einstellen, dass es kein Nach-Hause-Telefonieren gibt.

In 1 von (gefühlt) 50 Fällen kann es passieren, dass Änderungen in der Soft nicht abgespeichert werden, dann Companion komplett deinstallieren und neu installieren.
Keine Ahnung ob das so auf normale vollständige Betriebssystem-Software übertragbar ist, ich installiere die Soft nur an embedded Systemen (Windows 7 embedded for POS bzw. Windows 10 embedded).

Nur so als Zusatz-Tipp.

EDIT: typo
 
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GiveThatLink

Bekanntes Mitglied
Ich fang mal mit deinen Vorurteilen an:
aber wenn ich 100W pro Rechner kalkuliere, ist das schon großzügig
Ich habe nicht gemessen
Du musst es messen! Da geht kein Weg dran vorbei.
Ich halte 100 Watt für albern.

USV werden in Watt Wirkleistung und VA angegeben, wichtig sind Watt!

Meine kleine Mustek kann 800 VA (1* 9Ah), aber nur 400 Watt, die große 2000 VA, aber nur 1200 Watt (2* 9Ah). Meine Roton kann 3000 VA (Minimum 3* 9Ah/36Volt).

dass die USV im Falle eines Stromausfalls zwei PCs, die ständig laufen, herunterfährt und solange natürlich mit Strom versorgt.
Sag doch mal eine Zeit an, die überbrückt werden soll.

Dann wäre wichtig, ob die USV aktiv belüftet werden sollen, meine große Mustek und die Roton sind es, bei der Leistung geht das auch nicht anders. Mit Lüfter ist aber Dreck vorprogrammiert innen, deshalb haben beide Luftfilter (Eigenbau, die haben keine Halterung dafür).

Mit der großen Mustek ist gut eine Stunde drin - ein Rechner + TFT, mit der Roton 3-4 Stunden, vorausgesetzt, die Akkus sind neu. Ich hab aber drei Rechner, davon laufen meistens zwei, der zweite wird fast immer per Remote genutzt, deswegen ist der Monitor aussen vor.

Akkus halten 5 Jahren, selten 7 Jahre, dann sind die auf. 9Ah kosten ~22 Euro das Stück.

Persönlich würde ich alles auf Maximum Leistung und 30 Minuten gehen, Wenn Stromausfall, dann entweder nur kurz oder Netzstörung, oder lange. 1h aufrecht halten ist sehr lange, die Akkus müssen danach auch wieder geladen werden.

Was ich von APC weiss: teuer (siehe oben), Akkus spezial = teuer.
Deswegen fiel meine Wahl damals auf Mustek, weil es die stinknormalen Blei-Gel-Akkus nutzt, die Roton auch.
 

JoPa

Allround-Nichtsnutz
Das Problem mit den Akkus ist, dass die idR nie richtig belastet werden. Daher auch die maximale Lebensdauer von 4-6 Jahren für Bleiakkus im Standby. In der Zelle bilden sich Ablagerungen, die zu internen Kurzschlüssen führen. Wenn der Akku dann mal wirklich gebraucht wird, macht er die Grätsche bevor der PC runtergefahren ist.
Deshalb regelmäßig Akkus ersetzen (bei unseren Anlagen z.B. sind 4 Jahre vorgeschrieben), und ab und zu mal richtig unter Last laufen lassen, bis die Regelung automatisch abschaltet. Das sollte dann aber nicht mit PC geschehen, sondern z.B. mit einer alten Lampe.
 

Bestatter

Schwarzfahrer
Ich habe zwei APC Smart-UPS 1000 VA im Serverschrank stehen - eine für den PDC, eine für den Mailserver.
Die Firewall hängt ohne Regelung mit an der USV vom Mailserver.

Beide USVs halten auch mit schon schwachen Akkus (rote Lampe war schon an) über 30 Minuten.
Da bei Stromausfall die Switches und Clients eh alle down sind, kommt es aber nicht vorrangig auf die Laufzeit an, sondern dass die Server sauber runter fahren (Datenbanken!) oder bei kleinen Hickups durchlaufen.

Was ich von APC weiss: teuer (siehe oben), Akkus spezial = teuer.
Deswegen fiel meine Wahl damals auf Mustek, weil es die stinknormalen Blei-Gel-Akkus nutzt, die Roton auch.
In den Smart-UPS 1000 sitzen zwei Bleigel-Akkus "LC-RA1212PG1 12V 12Ah" von Panasonic.
Das Paar kostet ~80,00€ brutto inkl. Lieferung und hält ohne Akkupflege 5 bis 6 Jahre bei konstanten 25°C im Serverschrank.
NoName-Akkus "für APC geeignet" im unklimatisierten alten Serverraum bei ~40°C waren nach deutlich unter 2 Jahren platt.
Über die vordere Klappe können die Akkus problemlos im Betrieb getauscht werden.


Ich habe früher beim Kunden aber auch schon erlebt, wie eine APC-USV den Server lahm gelegt hat.
Der Server stand in einer Art Besenkammer am großen Büroraum.
Die Tür sollte "eigentlich" leicht geöffnet sein, weil aber im Glutsommer ohne Klimaanlage die Lüfter am Server lauter wurden, hatte man die Tür aus akustischer Notwehr geschlossen.
Die Blei-Gel-Akkus starben den Hitzetot, Kurzschluss, Server aus.
Ich begreife absolut nicht, warum die USV beim Akkutod die Stromversorgung kappt, anstatt auf Bypath zu gehen und die nervige Tröte einzuschalten!
 

EchtAtze

Bekannter Mitglied
Du musst es messen! Da geht kein Weg dran vorbei.
Werde ich machen.

Sag doch mal eine Zeit an, die überbrückt werden soll.
Habe ich: 2-3 Minuten.

Dann wäre wichtig, ob die USV aktiv belüftet werden sollen
Der Raum ist zwar nicht klein (schätze 8m²), aber ohne aktive Lüftung. Da muss ich mal die Temperatur messen.

...im unklimatisierten alten Serverraum bei ~40°C waren nach deutlich unter 2 Jahren platt.
Für mich auf der ToDo-Liste nun:
- Tatsächliche Leistungsaufnahme der Kisten messen.
- Temperatur im Serverraum messen (wäre wohl im Sommer noch interessanter).
 

EchtAtze

Bekannter Mitglied
Welche Last hast du jeweils ca. an den beiden "APC Smart-UPS 1000 VA" hängen (im Ernstfall)?

Als Ersatzakku für ein aktuelles "APC Smart-UPS 1000 VA" (SMC1000I) wird dieser gelistet: APCRBC142
Wenn ich das richtig sehe sind in dem Paket dann 2 Akkus enthalten, die mit dem von dir genannten Panasonic baugleich sind, oder?
 

Bestatter

Schwarzfahrer
Die realen Lasten kenne ich nicht. :o
An der ersten Smart-UPS 1000 (~20 Jahre alt) hängt ein HP ProLiant ML350 Gen10.
An der Zweiten (vor ~10 Jahren als IBM gelabelt günstig geschossen) ein HP ProLiant ML310e G8 v2 und ein HP ProDesk 400 G6.

Die Bleigel-Akkus sind Standard-Akkus, die nur in der Breite der Anschluss-Kontakte variieren.
Es passen die mit breiten und schmalen (siehe Bild).
Ich kaufe inzwischen nur noch die von Panasonic:
panasonic.png


Wer mag, kauft zum multiplen Preis direkt bei APC die mit Feenstaub. :icon_mrgreen:
 

Joshua

Gott sei Dank Atheist
Das Paar kostet ~80,00€ brutto inkl. Lieferung und hält ohne Akkupflege 5 bis 6 Jahre bei konstanten 25°C im Serverschrank.
NoName-Akkus "für APC geeignet" im unklimatisierten alten Serverraum bei ~40°C waren nach deutlich unter 2 Jahren platt.
Ich habe mal in einem Dokument gelesen, wenn die durchschnittliche jährliche Temperatur 8,3 °C über 25 °C liegt, sinkt die Lebensdauer der USV-Batterie in dem IT-Verteilerschrank um 50 %. War jetzt kein White-Paper von APC und man kann infrage stellen, ob die Angabe übertragbar ist, aber es zeigt doch den grundsätzlich starken Einfluss der Betriebstemperatur auf.

@EchtAtze
Ist für dich denn schon klar, ob es eine Standby-/Offline-, eine Line-Interactive- oder sogar eine Online-USV werden soll?
 

Bestatter

Schwarzfahrer
... es zeigt doch den grundsätzlich starken Einfluss der Betriebstemperatur auf.
Die (schlechten) Akkus altern bei hohen Temperaturen nicht nur schneller, sie nehmen auch merklich an Volumen zu.
Beim in #11 unten geschilderten Ausfall war die USV durch die starke Verformung der Akkus regelrecht aufgeplatzt - aka Schrott.
Unsere alte Smart-UPS 1000 musste ich zum Akkutausch einmal zerlegen, da No-Name-Akkus schon so viel an Volumen zugelegt hatten, dass sie sich nicht mehr aus dem Akkuschacht ziehen ließen.
 

darkdog

boardmöter 2.0
Hi Atze :)
erstmal gute Besserung!
Ich hatte mir vor Jahren für das HO eine APC Smart UPS 750 zugelegt. Ich war total unzufrieden. Ganz miese Verarbeitung, einer der kaltgeräte Stecker hatte nach einiger Zeit einen Wackelkontakt, einige Zeit danach noch einer.
War generell nicht so das gelbe vom Ei, dafür aber teuer. Als die Batterie ausgetauscht werden musste, hab ich das Ding lieber entsorgt.
Jetzt habe ich eine Eaton Ellipse ECO 1600 USB DIN und bin zufrieden. Kostet die hälfte dafür mehr Leistung. 4x BatterieVersorgung mit shutdown 4x Überspannungsschutz only und LAN Schutz. Vor allem Lüfterlos.
Bin halbwegs zufrieden, die Software ist aber genauso halbgar wie die von APC.
hth
 

Bestatter

Schwarzfahrer
... sind aber wohl nicht für leise Umgebungen geeignet.
Ich habe gestern mehrfach die Kritik gelesen, dass von den BlueWalker PowerWalker ein hohes Pfeifen (Spulenfiepen?) ausgeht.
 
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