Bundesgerichtshof untersagt Eventim Gebühr für print@home

Dieses Thema im Forum "News & IT Forum" wurde erstellt von Joshua, 23 August 2018.

  1. Joshua

    Joshua Gott sei Dank Atheist

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    Hallo zusammen,

    eine verbraucherfreundliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs: Bundesgerichtshof untersagt Eventim-Onlineticketgebühr

    Danach darf print@home für Tickets nichts kosten und eine Servicegebühr für die elektronische Übermittlung einer Eintrittskarte zum Selbstausdrucken ist unzulässig, da faktisch keine Mehrkosten entstehen.

    Wolfgang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen:
    Wenn ich es richtig verstehe, dürfte diese Unart damit auch von anderen Anbietern unzulässig sein, z. B. bei Kinokarten!? Auf jeden Fall eine gute Sache und prima, dass die Verbraucherzentrale das bis zum BGH durchgefochten hat.
    SpRuZ, sol, Lawwe und 4 andere sagen Danke.
  2. mlfreak

    mlfreak Bekanntes Mitglied

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    Danke an die Verbraucherschützer für die Lösung dieses Nebenkriegsschauplatzes.

    Mich bewegt eher die monopolartige Kartenkrake von Eventim, wo kein Wettbewerb stattfindet und viele Veranstalter nur mit Eventim zusammenarbeiten können/dürfen, zum Nachteil der Ticketkunden.
    Joshua sagt Danke.
  3. Joshua

    Joshua Gott sei Dank Atheist

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    Da klingt ein wenig ein Vorwurf an den Verbraucherschutzverband durch, aber da gab es doch schon was: Bundeskartellamt untersagt Exklusivvereinbarungen zwischen CTS Eventim und Veranstaltern sowie Vorverkaufsstellen
  4. ATLAN

    ATLAN Bekanntes Mitglied

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    Interessanter wäre, ob dies nur für Event-Tickets gilt oder nun allgemein bei egal welcher Art von Ticket/Karte,
    das Online erworben und dann selbst ausgedruckt wird, ob dann keine Zusatzgebühren verlangt werden dürfen.
    Sei es auch nur aufgrund der Bezahlungsart. Dann wäre dies auch auf andere Branchen wie Bahntickets übertragbar.

    Daß an Eventtickets gern mitverdient wird, ist ja nicht neu. Daher werden Eintrittskarten mittlerweile an den Namen
    gebunden, damit diese nicht später zu höheren Preisen veräußert werden können.
    Das ist nun mal auch teilweise das Geschäftsmodell von Eventim.

    Bestimmt haben die diese Zusatzkosten auch versucht damit zu begründen, daß die
    technische Infrastruktur, Webseite usw. Kosten verursacht.
  5. the gun

    the gun Der Mensch soll lernen, die Ochsen büffeln.

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    Ich habe schon von Fällen gehört, da waren die selbst ausgedruckten Karten sogar geringfügig günstiger...
  6. Joshua

    Joshua Gott sei Dank Atheist

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    Das BGH hat im konkreten Fall ja eine von Eventim angestrebte Revision letztinstanzlich zurückgewiesen. Das LG Bremen hat die Servicegebühren bereits 2016 und das OLG Bremen 2017 für unzulässig erklärt, in beiden Fällen hat Eventim Revision eingelegt. Die schriftliche Urteilsbegründung liegt noch nicht vor, die muss man wohl noch abwarten um mehr daraus zu entnehmen. Die klagende Verbraucherzentrale NRW ist aber der Auffassung, das Urteil habe eine „grundsätzliche Bedeutung und betrifft marktweit auch weitere Anbieter, die pauschal Geld im Zusammenhang mit dem Selbstausdrucken von Eintrittskarten verlangen.“ Die bieten auch schon einen einen generellen Musterbrief, mit dem man zur Rückzahlung auffordern kann an.
    mlfreak sagt Danke.
  7. naranek10

    naranek10 Unbekanntes Mitglied

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    Joshua sagt Danke.
  8. Joshua

    Joshua Gott sei Dank Atheist

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    Ich glaube, es war niemand so naiv davon auszugehen, dass Eventim plötzlich seriös wird. ;)