Angeblicher DSGVO-Verstoß: Abmahnwelle wegen Google Fonts

ultimate

Themenstarter
Alle wollen alt werden. Keiner will alt sein.
...wobei ich "angeblich" streichen würden.

Viele Webseitenbetreiber erhalten gerade eine Zahlungsaufforderung über 100 €
wegen Verstoßes gegen die DSGVO. Was steckt dahinter und wie kann man sich wehren?

Artikel v. 09.08.2022


Wer dem Ärger aus den Weg gehen will, kann mit Hilfe der Links feststellen, ob Google Fonts
verwendet werden und die ersetzen (Links aus den Kommentaren):




oder man hostst die Fonts auf dem eigenem Server:

 

Joshua

Gott sei Dank Atheist
Danke für die Infos!

Wer dem Ärger aus den Weg gehen will, kann mit Hilfe der Links feststellen, ob Google Fonts
verwendet werden und die ersetzen (Links aus den Kommentaren)
Ich kann die Links nicht beurteilen, wollte aber nur darauf hinweisen, dass dubiose Anbieter die Checks jetzt auch als Honeypot verwenden könnten. Damit ließe sich prima eine Abmahn-Datenbank aufbauen, auch wenn der Erfolg einer durchgezogenen Abmahnung wohl zweifelhaft ist. Den Ärger will sicher keiner erst mal haben.

Anschlussfrage: Kennt jemand einen seriösen Dienst zur Prüfung?
 

octopussy

Aufsichtsratsvorsitzender
Dr Klaus Meffert (IT Logic GmbH) ist im Netz bekannt und dürfte meiner Meinung nach als seriös gelten.


Auch interessant:

https://praxistipps.chip.de/dsgvo-generator-wichtige-tools-fuer-webseiten-betreiber_104001
 
Zuletzt bearbeitet:

ultimate

Themenstarter
Alle wollen alt werden. Keiner will alt sein.
@Joshua

Das ist natürlich richtig.
Deshalb habe ich auch dazugeschrieben, dass die Links aus der Kommentarsektion kommen.

Bei WordPress und Co muss man auch ein Auge auf PlugIns haben.
Es gibt Builder/Themes, da kann man einstellen, dass keine Google Fonts verwendet werden sollen - das klappt,
aber ein Plugin installiert, das Google anfunkt und man ist am Fliegenfänger.
Über den Quelltext einer Seite kann man aber den Übeltäter finden.
 

Joshua

Gott sei Dank Atheist
@ultimate
Ich wollte auch nur ergänzend darauf hinweisen und es sollte kein Vorwurf sein 🙂

Bei einer WordPress Installation, um die ich mich kümmere, habe ich das Plugin Embed Google Fonts verwendet, um die Fonts von einem verwendeten Theme lokal einzubinden. Ich habe die Seite danach auch über einen Online-Dienst gecheckt, weiß aber nicht mehr welchen ich verwendet habe.
 

ultimate

Themenstarter
Alle wollen alt werden. Keiner will alt sein.
sollte kein Vorwurf sein

ist auch nicht so verstanden worden :icon_prost:

Ich bin gespannt, wann die Gerichte/Abmahner auch bei Analytics und Co. auf breiter Front durchgreifen.

Es herrscht ja immer noch die Meinung:
"... wenn ich mir einen Text von einem Anwalt kopiere, dasss ich jegliche Verantwortung ablehne, dann bin ich auf der sicheren Seite"

Diese Kanzleien, die solche Texte anbieten sollte man mal ansprechen, ob die einem schriftlich geben, dass die im Fall der Fälle die
Strafen übernehmen würden.
Ich sehe schon das Kopfschütteln bis zum Schleudertrauma und den Verweis auf irgendwelches Kleingedruckte.
 

octopussy

Aufsichtsratsvorsitzender
@rick_s hat ja geschrieben, dass es sich bei solchen UEs um Angebote handelt, die die andere Seite nicht annehmen muss, dass aber andererseits die Ablehnung deren Prozeßrisiko erhöht.
 

Hellfire

Team (Mod)
Mitarbeiter
Hallo,
@ultimate
Ich wollte auch nur ergänzend darauf hinweisen und es sollte kein Vorwurf sein 🙂

Bei einer WordPress Installation, um die ich mich kümmere, habe ich das Plugin Embed Google Fonts verwendet, um die Fonts von einem verwendeten Theme lokal einzubinden. Ich habe die Seite danach auch über einen Online-Dienst gecheckt, weiß aber nicht mehr welchen ich verwendet habe.

Mit Chrome kann man sich bei jeder angesurften Website mit F12 und Klick auf source die eingebetteten Schriften anzeigen lassen.
 

adhome

Bekanntes Mitglied
Bei uns hat jemand anders die Homepage gemacht und mit ihm haben wir ein Service Vertrag. Darf dieser die nötige Änderung berechnen? Schließlich hat er uns eine illegale HP übergeben und es ist sein eigenenm Interesse dass diese Regelkonform ist.
Die Haftung liegt vermutlich noch bei uns oder?
 

octopussy

Aufsichtsratsvorsitzender
Mei Kenntnisstand:
Das kommt auf den genauen Vertragstext an, es kann sein, dass der gewöhnliche Wartungsaufwand mit x Stunden pro Monat gedeckelt ist und das, was darüber hinaus geht, als besondere Leistung gegen Nachweis des Aufwandes zusätzlich abrechenbar ist.
Es haftet immer der Eigentümer der Webseite, bei groben Unterlassungen im Rahmen des Servicevertrages kann gegen den Serviceerbringer Schadenersatz geltend gemacht werden.
Bie solchen Verträgen sollte daher der Nachweis einer Haftpflichtversicherung mit ausreichenden Deckungssummen vereinbart werden.
 

Joshua

Gott sei Dank Atheist
Hallo,

der Einsatz dynamisch ladender Google Fonts ist nach meinem Verständnis und Kenntnisstand nicht grundsätzlich unzulässig. Wenn man sich die Einwilligung der Webseiten-Besucher über einen Consent-Banner dafür holt (bevor die Google Fonts geladen werden), hat man eine Rechtsgrundlage.
Wer eine Internetseite betreibt und US-Dienste dynamisch einbindet, ist vom Münchner Urteil nicht direkt betroffen, wenn er ein korrekt funktionierendes Consent Banner vorschaltet, das die Aussteuerung der US-Dienste regelt.
Quelle
 

Joshua

Gott sei Dank Atheist
Bei uns hat jemand anders die Homepage gemacht und mit ihm haben wir ein Service Vertrag. Darf dieser die nötige Änderung berechnen? Schließlich hat er uns eine illegale HP übergeben und es ist sein eigenenm Interesse dass diese Regelkonform ist.
Die Haftung liegt vermutlich noch bei uns oder?
Hier ein interessanter Artikel zur Haftung von Agenturen, die Webseiten für Kunden mit Google Fonts erstellt haben:
 

Joshua

Gott sei Dank Atheist
Hallo,

wer eine Abmahnung wegen Google Fonts erhalten hat, findet hier einen Ratgeber mit FAQ, Beispielen und Musterantwort:


Spoiler: "Wir empfehlen auf diese Beschwerden nicht einzugehen und nur in Ausnahmefällen auf sie zu reagieren" -> Trotzdem Beschwerden ernst nehmen!
 

octopussy

Aufsichtsratsvorsitzender
Es scheint, die PC-Welt ist auch dabei.

Liebe Forumsgemeinde,

aufgrund der Bestimmungen, die sich aus der DSGVO ergeben, müssten umfangreiche Anpassungen am Forum vorgenommen werden, die sich für uns nicht wirtschaftlich abbilden lassen. Daher haben wir uns entschlossen, das Forum in seiner aktuellen Form zu archivieren und online bereit zu stellen, jedoch keine Neuanmeldungen oder neuen Kommentare mehr zuzulassen. So ist sichergestellt, dass das gesammelte Wissen nicht verloren geht, und wir die Seite dennoch DSGVO-konform zur Verfügung stellen können.
Dies wird in den nächsten Tagen umgesetzt.

Ich danke allen, die sich in den letzten Jahren für Hilfesuchende und auch für das Forum selbst engagiert haben. Ich bin weiterhin für euch erreichbar unter tti(bei)pcwelt.de.

 

Shiwa

Bekanntes Mitglied
Hat mich auch ereilt... Ich ignoriere das Schreiben und schaffe für Abhilfe...
Bin mal gespannt, ob meine Ignoranz nachverfolgt wird.
Da wird einem Speiübel bei diesen ganzen automatisierten Abmahnfutzies....
 

ultimate

Themenstarter
Alle wollen alt werden. Keiner will alt sein.
Hinweis auf neue Abmahnwelle und Reaktionsmöglichkeiten

 

GiveThatLink

Bekanntes Mitglied
Ich ignoriere das Schreiben
Ganz schlechte Idee, und noch teurer. Eine von vielen Netzfunden dazu:
https://www.abmahnhelfer.de/abmahnung-ignorieren

Konkret zu Google Fonts
https://www.haendlerbund.de/de/leis...it/hilfe-bei-abmahnung/abmahnung-google-fonts
https://www.neue-duesseldorfer-onli...ren-sollten-und-was-sie-tun-koennen-2316.html
https://www.anwalt.de/rechtstipps/a...nts-erhalten-kanzlei-raag-was-nun-205510.html
Ich empfehle daher die Ansprüche mit einem einfachen Schreiben zurückzuweisen, den Auskunftsanspruch unter Hinweis auf die massenhaften Abmahnungen zurückzuweisen und eine Zahlung zurückzuhalten.

Für Österreich (A)
https://liebrecht-haas.com/rechtliches/abmahnung-google-fonts-pruefen/

Würde vorab eine Verbraucherzentrale fragen, ob vom Abmahnenden bekannt ist, ob er im großen Stil verschickt. Ggf haben die dann auch schon einen verbindlichen Vordruck. Ansonsten könnte ein Anwalt helfen. Ich würde aus Erfahrung jedoch nichts alleine unternehmen.
 

atom

Bekanntes Mitglied
Wollt ihr mal etwas Spaß haben? Dann baut euch einen Honeypot:
Packt einfach die Anweisung zum Laden von Google-Fonts in den Header einer website und kommentiert das ganze aus.
Wenn ihr Glück habt, bekommt ihr von Herrn RA Kilian Lenard eine Abmahnung, der auch noch ein Screenshot mit der auskommentierten Google-Font-Zeile beiliegt. :D
Das Schreiben habe ich mit eigenen Augen gesehen. Und NEIN, auf dieser website werden die Fonts lokal gehostet.
Der crawlt einfach massenhaft websites und generiert bei entsprechendem Treffer seines Suchmusters eine Abmahnung.

Da bietet sich dann direkt die Möglichkeit einer negativen Feststellungsklage. Solche [Platzhalter für Schimpfwörter] gehören vor die Anwaltskammer!

cu aTom
 

Shiwa

Bekanntes Mitglied
Ich ignoriere das Schreiben
Ganz schlechte Idee, und noch teurer. Eine von vielen Netzfunden dazu:
Naja, das Schreiben, dass ich von dem netten RA erhalten habe ist mir nicht eingeschrieben zugestellt worden.
Das war ihm wohl zu teuer.
Von daher müsst er eine Zustellung nachweisen, oder den nächsten Schritt gehen.
Dann kann ich immer noch reagieren....
Edit: Ich bin auch mal gespannt, wie er denn nachweisen will, dass der Code zu einem bestimmten Zeitpunkt so war, wie er es bemängelt, insbesondere, wenn mittlerweile Abhilfe geschaffen wurde.
Ich meine so ein Screenshot lässt sich ja auch schnell fälschen, wenn es denn überhaupt ein Screenshot ist. Muss mir das nochmal in Ruhe ansehen irgendwann. Steht da nicht letzten Endes Aussage gegen Aussage?
 
Zuletzt bearbeitet:

atom

Bekanntes Mitglied
@Shiwa
Täusche Dich bitte nicht, was Screenshots von Anwälten anbelangt. Die werden mit entsprechenden Zeitstempeln erstellt und haben durchaus Beweiskraft vor Gericht.
 

Shiwa

Bekanntes Mitglied
Unter dem Strich ist das aber auch kein Riesending.
Der RA verlangt im Namen von irgendeiner Person, die er wahrscheinlich auf der Straße aufgelesen hat, eine Unterlassung, und für den angeblich konkreten Verstoß in diesem Fall 150 EUR.
Da die Webseite so speziell ist und ich nicht glaube, dass eine Privatperson tatsächlich an den Inhalten Interesse hat, seh' ich das Ganze gelassen. Bin mal gespannt, wie argumentiert werden sollte, warum Person XY an den angebotenen Informationen/Dienstleistungen Interesse hat. Und würde es wahrscheinlich auf einen Gerichtsbeschluss drauf ankommen lassen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass unsere überlasteten Gerichte auf so eine Masche Bock haben. Erst Recht haben die kein Bock auf ein Urteil, sondern streben immer schön Vergleiche an.
Also erstmal schön durch die Hose atmen, bevor man sich verrückt machen lässt.
 

GiveThatLink

Bekanntes Mitglied
Täusche Dich bitte nicht, was Screenshots von Anwälten anbelangt. Die werden mit entsprechenden Zeitstempeln erstellt und haben durchaus Beweiskraft vor Gericht.
Und wenn es kein Screenshot ist, reicht hier auch das Logbuch eines Browsers, weil ebenfalls Zeitstempel und was woher geladen wurde (bei Firefox: HAR-Datei)
ist mir nicht eingeschrieben zugestellt worden.
Der nächste Denkfehler bei dir. Mach dich mal über den Begriff "wirksame Zustellung" schlau. zB
https://www.paketda.de/verschicken/einschreiben.html
Wann gelten normale Briefe als zugestellt?
"rechtssicher" ist das wohl nicht, aber da das Schreiben nicht zurückgekommen ist bei denen, wurde es wohl zugestellt und damit wirksam. Ich durfte mich neulich erst damit schlau machen, weil mein Widerspruch per Mail (offizieller Weg) erst nach 10 Tagen bearbeitet wurde, am 10. Tag traf auch mein Schreiben ein (kein Einschreiben) ein. Einschreiben mit/ohne Rückschein oder Einwurf haben auch ihre Tücken.

Mit einer Klage, die übrigens mindestens 10-mal so teuer sein wird wie die Unterlassung, und natürlich ein Gerichtsurteil beinhaltet - "Freispruch" solltest du ganz schnell vergessen - und bestenfalls eine aussergerichtliche Einigung ergibt. Damit wärst du auch juristisch vorbelastet, wenn auch nicht verurteilt.

Aber da dich sowas nicht juckt, viel Erfolg mit Aussitzen.
 

Shiwa

Bekanntes Mitglied
Edit: Schön, dass Alles mittlerweile schnell zugänglich ist...

BGH, Urteil vom 21.01.2009, Az. VIII ZR 107/08
§ 278 Satz 1 BGB, § 556 Abs. 3 S.2 und 3 BGB
Der BGH hat entschieden, dass der Zugang eines einfachen Briefs von dem Absender zu beweisen ist. Ein Anscheinsbeweis dahingehend, dass „bei der Post nichts verloren gehe“, ist demnach nicht gegeben.

Ich denke, damit kann ich mir sehr wohl die Zeit nehmen zu überprüfen, wie hartnäckig der Gegner ist.
 

Joshua

Gott sei Dank Atheist
Hallo,

es gibt auch noch die Guten in der Zunft der Rechtsverdreher:

1668014753104.png

Quelle
 

GiveThatLink

Bekanntes Mitglied
Das Schöne als Anwalt ist ja, dass du Akteneinsicht beantragen und bekommen kannst, was ONU nicht kann. Demnach kann er die Beweise sehen, die vorliegen, oder auch nicht vorliegen. Keine Beweislage, Pech.
 

ultimate

Themenstarter
Alle wollen alt werden. Keiner will alt sein.
Man kann es nur zur Kenntnis nehmen und warten, inwiefern die DSGVO den Realtitäten angepasst wird,
oder Gerichte es anders beurteilen werden.
Ob nun Google geglaubt wird oder nicht, steht auf einem anderen Blatt.


Stellungnahme von Google:

Google Fonts ist eine Bibliothek mit Open-Source-Schriftfamilien sowie eine Web-API, mit der diese Schriftfamilien in Websites eingebettet werden können. Die Menschen wollen, dass die Websites, die sie besuchen, gut gestaltet und einfach zu benutzen sind und dass ihre Privatsphäre respektiert wird. Google respektiert die Privatsphäre des Einzelnen.

Die Google Fonts-Web-API ist so konzipiert, dass die Erfassung, Speicherung und Verwendung von Daten auf das Maß beschränkt ist, das für die effiziente Bereitstellung von Schriftarten und für aggregierte Nutzungsstatistiken erforderlich ist. Diese Daten werden sicher und getrennt von anderen Daten aufbewahrt. Google verwendet die von Google Fonts gesammelten Informationen nicht für andere Zwecke und insbesondere nicht für die Erstellung von Profilen von Endnutzern oder für Werbung.

Außerdem ist die Tatsache, dass die Server von Google zwangsläufig IP-Adressen erhalten, um Schriftarten zu übertragen, keine Besonderheit von Google und entspricht der Funktionsweise des Internets.

Original Post im Google Blog

Quelle:


Weiterer im Text von Born erwähnter Heise Artikel 22.11.2022

 
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