Hardware Frage 550mA vs. 2A Ladestrom- Gefahr eines Defekts?

Dieses Thema im Forum "Tech & FAQ Forum" wurde erstellt von honndo, 26 Juli 2019.

  1. honndo

    honndo -= still learning =-

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    hi, Elektro-Noob hat eine Frage:

    Ich habe hier ein Blutzucker-Messsystem mit einem Lesegerät
    https://www.freestylelibre.de/libre/produkte/lesegeraet.html
    dessen beiliegendes Ladegerät für den Lithium-Ionen-Akku die Angabe "Output 5V=550mA" trägt.
    Der Ladestrom beträgt gemessen 0,07A - 0,10A (vllt. weil der Akku gerade voll ist?)
    Im Manual wird darauf hingewiesen, man solle dieses Ladegerät nutzen, um das Messgerät zu laden. Ich dachte, klar, das tun immer alle Hersteller...

    Erstens ist aber dessen USB-Kabel max. 40cm lang :icon_argh: und zweitens hängen hier eh schon einige Handy-Ladegeräte in den Steckdosen (typischerweise Output 5V=2A)
    Meine Idee ist, dass wenn ich ein längeres Kabel mit dem beigelegten Ladegerät verwende, durch den Leitungswiderstand dann nicht mehr genügend Saft am Gerät ankommt.. ?!?

    Deshalb die Überlegung:
    Kann ich "gefahrlos" eines der Handy-Ladegeräte nutzen um das Gerät zu laden, oder zersäge ich mir dann das Messgerät? (vorhin hatte ich es schon ca. eine halbe Stunde am Output 5V=2A - und da ist nix Böses passiert) :icon_mrgreen: - gemessener Ladestrom hier 0,04-0,07A - das verwirrt mich... (wie gesagt, der Akku ist derzeit voll).
  2. Bestatter

    Bestatter Schwarzfahrer

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    Das Ladegeräte kannst Du problemlos nehmen.
    Wenn der Akku voll (und heile) ist, sollte der Ladestrom auf 0,00A zurückgehen.
    Das gelbe Kabel ist 90cm lang.
  3. honndo

    honndo -= still learning =-

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    Danke @Bestatter für deine Antwort. Dann hast du das gleiche Gerät? (Das Kabel ist mir dennoch zu kurz für den Ort des Aufladens).
    Meine Kernfrage war:
  4. adhome

    adhome Bekanntes Mitglied

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    Ladestrom wird immer von der Ladeelektronik im Gerät geregelt. Nie von einem externen Gerät wie ein 5V Netzteil.
    Es MUSS ein solchen Chip im Gerät geben. Einzig die solo Taschenlampen Lipos 18650 die es gibt und die so rund aussehen müssen in Externe normale Ladegeräte reinkommen die es damals auch für Akkus gab.

    Ein guter Hinweis ist immer dass über ein USB Anschluss geladen wird. Dann ist das Ladegerät(sorry Netzteil) egal und innen ist ein Chip verbaut der den Strom regelt.

    PS: Es gibt aber Ladechips im Gerät, die anhand des Kabeltyps erkenne n ob sie schnell oder langsam laden sollen. Dabei entscheidet die ID Leitung darüber ob das Kabel am PC hängt oder an ein Netzteil. Also Ein Netzteil mit Kabel und einem festen USB Stecker kann so 3x - 5x schneller laden.
    Zuletzt bearbeitet: 27 Juli 2019
  5. Grainger

    Grainger Team (Mod) Mitarbeiter

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    Es ist imho absolut unschädlich, wenn das Ladegerät eine höhere Amperezahl leisten kann als erforderlich (umgekehrt wäre es aber nicht so gut).

    Es gibt ja auch Ladegeräte mit mehreren USB-Ausgängen, die dann teilweise erheblich höhere Amperezahlen haben (ich habe hier eines von Anker mit 7,20 Ampere).
    Die Ladeelektronik des jeweiligen Gerätes "nimmt" sich dann eben, so viel sie davon braucht.
  6. GiveThatLink

    GiveThatLink Aktives Mitglied

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    Bei Aussagen zur Ladeelektronik "wirds schon richten" wär ich verdammt vorsichtig. Wenn ein Gerät spezifiziert ist, schnell oder langsam zu laden, dann ist es fast egal, aber bei dem hier wäre ich vorsichtig und den Hersteller beachten, allenfalls ein gleichwertiges. Aber 4-fachen Ladestrom anbieten und hoffen, dass es gut geht, nich im Leben.

    Das betrifft aber auch austauschbare Akkus in manchen Geräten, irgendwann stiegen die Kapazitäten und dann hat man auch was größeres eingesetzt - und die Ladeelektronik ist hops gegangen nach wenigen Zyklen.

    Mir hat man mal jemand ein Sony vermacht, Akku platt. Neuer Akku, Problem blieb. Was hat der Knaller gemacht - ein falsches Ladegerät angesteckt, Ladeelektronik im Ar* -> Handy Schrott. Mein alter Nokia-Knochen will auch nur das Nokia-LG haben, 3.6/3.7 Volt, bei weniger oder mehr streikt es sofort.

    Wo ich keine Probleme sehe sind Geräte ohne Akku/Ladeelektronik, da muss es dann nur die passende Spannung sein.
  7. mikado

    mikado ɯ ᴉ ʞ ɐ p o

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    @GiveThatLink Die Handies hatten dann aber typischerwiese so kleine runde ladestecker. Bei allem was USB ist sollte es schon so sein wie von allen Vorrednern geschrieben: Das Handy nimmt sich was es braucht. Üblicherweise eher defensiv, d.h. im Zweifelsfalle zu wenig. Sprich: Nicht alle Ladegeräte mit viel Leistung können alle Handies, die diese Leistung auch vertragen, auch wirklich laden. Ist ein Drama mit den draufgepfropften Protokollen auf dem USB Standard....

    Egal, was ich sagen wollte: Ich hab noch nie gehört, das jemand mit einem USB Kabel sich die Geräte geschrottet hat. Das ist ja grade der Charme, warum die Dinger sich durchgesetzt haben...
  8. honndo

    honndo -= still learning =-

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    Ups, okay.... in der Summe sind das für mich sich widersprechende Aussagen...

    mikado vs. GiveThatLink
  9. Bestatter

    Bestatter Schwarzfahrer

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    Solange das USB-Ladegerät nur 5V liefert und nicht wie bei Quick Charge Spannungen bis 22V, kannst Du jedes Modell nutzen.

    Bei den allermeisten Geräten mit USB-Ladebuchse stimmt das.
    Es gibt aber Ausnahmen, wie z.B. mein BlueTooth-Headset "Mpow Judge", welchem dieser Zettel beiliegt:
    mpow-judge-ladewarnung.jpg <-- klick mich
    Hier hat man wohl aus Platz- und Gewichtsgründen auf die Schutzschaltung verzichtet.
    Stört mich hier nicht, denn ich habe ihn für ~15€ gekauft und er klingt phantastisch!
  10. GiveThatLink

    GiveThatLink Aktives Mitglied

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    Dann hast du eben jetzt deine erstes Mal. Ich weiss nicht welches, ich weiss nur, dass es ein anderes Ladegerät als Sony war. Das Dingen war Schrott. Dabei kostet ein Original weniger als eine Kopie.
    Bitte nochmal lesen:
    Stecker hat jedes Universal-NG dabei, nur eben nicht die passende Spannung. Es muss genau diese Spannung sein.

    Als das NG für meinen D-Link kaputt ging, hatte ich auch nur einen ähnlichen Ersatz mit +1V mehr, irgendwann ist die Stabilisation intern zu warm geworden und hat kurzerhand abgeschaltet. Das kommt ganz toll, wenn mit DSL6000 mitten in 4.5GB Download steckt und es kein Resume hat. Kurze zeit später hat sich durch ein Gewitter der WAN-Port erledigt gehabt, erstes und einziges Mal hier, durch den Splitter durch, der hat überlebt, hat ja auch keine aktive Elektronik ^^

    Mein Sony kann 2A aufnehmen, ich hab auch noch 1.3A NG oder via USB-Port auch nur 0,5A. Aber bei Geräten wie da oben gibt es hier keine Experimente, nicht nur, weil die teuer sind, sondern auch lebenswichtig.
    Und nichts genaues hier weiss man nicht ;)

    Ich war ma googlen
    https://insulinclub.de/index.php?th...ahrungsberichte-mit-freestyle-libre/&pageNo=2
    Und laut
    https://insulinclub.de/index.php?th...ku-entladen-keine-verbindung-mehr-zum-sensor/
    Ist die Zeit wesentlich kürzer (zB 2h), kann ein Hardwareschaden nicht ausgeschlossen werden, weil Überlast in der Ladeelektronik.

    Man könnte spekulieren, ob Abbott Rückläufer auf solche Fehler speziell überprüft oder ob so ein Aufwand nicht lohnt. Makita zB prüft jeden Akku-Rückläufer, testet die Ladekurve und liest die Daten aus, wenn der Chip vorhanden ist. Die können feststellen, ob es am Akku lag oder am Ladegerät.
  11. mikado

    mikado ɯ ᴉ ʞ ɐ p o

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    @GiveThatLink ???!?? Stimmt 3.7V hatte ich überlesen. Damit ist es kein (Micro) USB und Deine Erfahrungen in dem Kontext zwar interessant - aber nicht wirklich relevant.

    Klar kann ein falsches Netzteil ein Gerät zerstören/nicht starten lassen.

    Meine Aussage war lediglich: Mit USB Lagegeräten kann man seine Hardware schwerlich schrotten, da sie höhere Ströme/Spannungen nur nach Handshake rausgeben.

    @Bestatter , ich wette 15€, dass Du selbst die mPow Kopfhöhrer and einem Quickcharge Lader nicht kapput machst - der schickt die 24V ja nicht blind raus.

    (Ernst gemeint, sind sie hin, zahl ich Dir die 15€ auf Paypal oder Bank, DAS ist es mir wert :-) )

    Mit dem USB Zeug sollte ja grade das Ladechaos der 90'ger beseitigt werden, was mMn ein echter Segen ist.
  12. Mr. Big

    Mr. Big old geezer

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  13. honndo

    honndo -= still learning =-

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    Nach all den wirklich interessanten Beiträgen hier - Danke an Euch - (deshalb bin ich gerne immer noch "still learning"), werde ich einfach mit einem 2A-Ladegerät laden :D ... in Vertrauen auf den "Handshake" des BZ- Messgerätes.... ungeachtet der auf dem "originalen" aufgedruckten 550mA. Da kann ich dann auch ein laaanges Kabel nehmen, ohne Spannungsabfall wegen Leitungswiderstand in Kauf nehmen zu müssen. Die 90cm des beigelegten Kabels sind mir einfach zu kurz.
    GiveThatLink und mikado sagen Danke.